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Leserbrief

Am Ende eine Charakterfrage

Thomas Banzer FBP-Geschäftsführer | 12. Juli 2013

Standpunkt?Eine im FL-Magazin «Weiss» publizierte Karikatur sorgt weiterhin für grosse Aufregung. FBP-Geschäftsführer Thomas Banzer vermisst bei der Freien Liste Respekt und Anstand.

In den vergangenen Tagen wurde die im Blatt der Freien Liste – dem Magazin «Weiss» – publizierte Karikatur in verschiedenen Artikeln und Leserbriefen thematisiert. Einmal abgesehen vom Leserbrief von Karin Jenny, welche sich in despektierlicher Manier darüber ausliess, dass wohl die Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner zu dumm seien, die Karikatur zu verstehen, erntete die Karikatur nur Unverständnis. Man solle doch mehr «Geschmeidigkeit» an den Tag legen, schrieb Frau Jenny. Eine Entschuldigung oder zumindest ein Eingeständnis, dass man zu weit gegangen ist, lässt der besagte Leserbrief aber vermissen. Als wäre die Abbildung nicht deplaziert genug, setzt dieser am Montag publizierte Text dem Ganzen noch die Krone auf.

Befremdlich ist für mich auch die Reaktion, bzw. die Nicht-Reaktion des FL-Präsidiums. Die beiden Co-Präsidenten Pepo Frick und Derya Kesci, welche bekanntlich das Präsidium der Freien Liste gemeinsam innehaben, schweigen hartnäckig. Der Anstand würde es meiner Ansicht nach aber nahelegen, sich bei den beiden verunglimpften Personen – dem FBP-Abgeordneten Johannes Kaiser und dem DU-Abgeordneten Herbert Elkuch – öffentlich zu entschuldigen. Einen Fehler zu begehen und offensichtlich übers Ziel hinauszuschies-sen sei jedem zugestanden und verziehen. Diesen Fehler aber unkommentiert stehen zu lassen, bzw. im Falle von Frau Jenny diesen auch noch schönzureden und nicht den Anstand zu besitzen, sich bei den Betroffenen dafür zu entschuldigen, ist für mich jedoch unverzeihlich. Die Reaktionen der Bevölkerung – in Leserbriefen und auch in persönlichen Gesprächen – sprechen jedenfalls eine deutliche Sprache.

Nun gut, bisher haben sich die Verantwortlichen der Öffentlichkeit nicht gestellt. Vielleicht kommt das noch – das zumindest würde ich mir wünschen. In unserem kleinen Land haben solch respektlose und blossstellende Verunglimpfungen von Personen keinen Platz – auch in der Politik nicht. Kritik auf Sachebene, manchmal auch etwas emotional eingefärbt, belebt die Diskussion und ist für die Findung der besten Lösung unabdingbar. Der Respekt vor dem Gegenüber sollte aber trotz aller Differenzen erkennbar bleiben. Diese Karikatur lässt diesen Respekt gänzlich vermissen. Am Ende ist es eine Charakterfrage, ob man sich einen Fehler eingesteht oder ob man sich beharrlich weigert, diesen anzuerkennen. Nachdem die Freie Liste ein neues Präsidium erhalten hat, stellt sich zudem die Frage, ob so nun der neue Politikstil der «Weissen» aussieht. Gerade von einer Partei, die seit deren Gründung für Integration und Gleichbehandlung aller Menschen eintritt und sich stets massiv gegen Ausgrenzung gestellt hat, hätte ich ein solches Verhalten nicht erwartet. Ich für meinen Teil hoffe darauf, dass die Bevölkerung sich zu gegebener Zeit daran erinnert.

Thomas Banzer FBP-Geschäftsführer

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