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Leserbrief

Preise sind «zu verantworten»

| 6. Juli 2013

Nahverkehr?320 Franken für ein Jahresabo: Busfahren ist kostspielig geworden. Aber auch zu teuer? Aufseiten des VCL vertritt man einen anderen Standpunkt: Autofahren sollte mehr kosten.

Von Holger Franke

In den Leserbriefspalten sind die Meinungen über die neuen höheren Busabopreise bereits gemacht: Seit Wochen ist dort von Aboverweigerung oder auch vom Sozialabbau die Rede. Auch das Angebot der L ie mobil wird hinterfragt: Sind die Preise gerechtfertigt? Müssen es wirklich Doppelstockbusse sein? Sind überhaupt so viele Busse nötig? Fragen, die das «Volksblatt» dem Verkehrsclub Liechtenstein (VCL) gestellt hat. «Die Tariferhöhung ist so hoch, weil Regierung und Landtag es so wollten. Sie haben den Landesbeitrag an L iemobil drastisch gekürzt», verdeutlicht VCL-Präsident Georg Sele, der auch mit weiteren Tariferhöhungen rechnet und ergänzt: «Nun sollen die politisch Verantwortlichen bitte auch die Kosten für das Autofahren erhöhen.»

Ein Vorschlag, der bei den meisten Autofahrern voraussichtlich wenig Zustimmung auslösen wird. Aus der Sicht des VCL ist dieser Gedanke allerdings nachvollziehbar: Seit 1995 wurde die Motorfahrzeugsteuer weder erhöht noch an die Teuerung angepasst. Wenigstens dies ist die Minimalforderung, betont Sele und rechnet vor: «Leider berücksichtigen viele beim Preisvergleich nicht die realen Autokosten.» Diese würden pro Jahr irgendwo im Bereich zwischen 5000 und 10?000 Franken liegen. So gesehen ist ein Busabo in der Tat erheblich günstiger – und auch im regionalen Vergleich «zu verantworten», meint Georg Sele. Klar ist aber, dass die Preiserhöhung vor allem ohnehin schon finanziell schwächer gestellte Personen trifft – für diese dürfte es kein Trost sein, dass Autofahren teurer ist. «Der öffentliche Verkehr muss die Erreichbarkeit auch für Leute ohne Autos – aus welchen Gründen auch immer – sicherstellen. Er hat also eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe», meint auch der VCL. Daher sollten Tarife massvoll sein. Zudem sollte eine sinnvolle Zoneneinteilung ermöglichen, nur das zu kaufen, was jeder Einzelne benötige. «Doch ist bei sozialen Härtefällen nicht eher die Sozialhilfe der richtige Ansprechpartner? Und sollten wir nicht wieder lernen, kurze Wege zu Fuss und per Fahrrad zurückzulegen – auch der eigenen Gesundheit zuliebe», meint Sele und verdeutlicht im Interview seinen Standpunkt, dass daran wohl ohnehin kein Weg vorbei führen werde. Interview Seite 9

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