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Leserbrief

Gedeckte Verkehrs- kosten und Milchkühe

Othmar Züger,Aeulegraben 32, Triesen | 28. Juni 2013

Im Leserbrief des VCL-Vorstands im «Volksblatt» vom 26. Juni 2013 wird erneut angeführt, der Autoverkehr in Liechtenstein werde mit 1000 Franken pro Auto oder in Summe mit 28 Mio. Fr. «wie Milchkühe» subventioniert. Abgesehen von diesem unangebrachten und mit abwertendem Unterton versehenen Vergleich weise ich nochmals auf meinen Leserbrief vom 10. Juni 2013 hin, in dem ich anhand der aktuellen Zahlen für Liechtenstein zeige, dass der Privatverkehr nach Abzug aller direkt zuordnenbaren Kosten mit +28 Mio. Fr. an Überschuss zu den Staatseinnahmen beiträgt. Selbst wenn diese erneut vorgebrachten zusätzlichen 1000 Fr. ungedeckter Kosten pro Auto stimmen würden, wären die Kosten des Privatverkehrs immer noch voll gedeckt. Die angeführten Folgekosten von Unfällen sollen gemäss Schweizer Statistik 25 % dieser für Liechtenstein in Summe 28. Mio. Fr. betragen, also anteilig 7 Mio. Fr. pro Jahr. Ich glaube kaum, dass die Krankenkassen, die unter permanentem Kostendruck stehen, diese Leistungen einfach so übernehmen und nicht den Haftpflichtversicherungen zurückweisen. Die 14 % oder 4 Mio. Fr. der Lärmkosten müssten folgerichtig jährlich in Lärmschutzmassnahmen entlang den Land-?strassen investiert werden. Mir sind aber keine solchen namhaften Massnahmen bekannt, ausser den Industriezubringern in Schaan und in Triesen, die beide die Bewohner in Nachbarschaft der bestehenden Strassen substantiell vom Lärm entlasten werden. Genau diese Umfahrungen wurden und werden aber vom VCL vehement bekämpft. Bei den restlichen 60 % würden 7 Mio. Fr. für allgemeine Gesundheitskosten anfallen, die allenfalls noch schätzungsweise zuordnenbar wären, bei den übrigen angeblichen Kosten von 10 Mio. Fr. für Klima, Umwelt, Natur und Landschaft wird die Zuordnung dann weitestgehend willkürlich. Zu den subventionierten Milchkühen: Die gesamte Landwirtschaft inklusive Alpwirtschaft wird gemäss Rechenschaftsbericht 2012 mit ca. 13 Mio. Fr. bezuschusst. Dieses Geld ist mehr wie sinnvoll ausgegeben, sichert es doch den Landwirten für ihre geleistete Arbeit, an 6.5 Tagen die Woche, ohne wochenlange Ferien, ein Auskommen, das man sicher nicht als üppig bezeichnen kann. Dafür leisten die Landwirte tagtäglich wertvolle Arbeit für die Allgemeinheit, so im Erhalten des Kulturlands und der Verhinderung von Bodenerosion, einem Beitrag zur lokalen Versorgung mit Lebensmitteln, einer echt nachhaltigen Pflege der Umwelt, einer attraktiven Landschaft für den Fremdenverkehr, usw. Diese 13 Mio. Fr. sind weniger wie die direkten Subventionen für den öffentlichen Verkehr, mit den Indirekten dazugerechnet sogar substantiell weniger. Die vom VCL propagierten Radwege werden zu 100 % subventioniert, was auch mehr-heitlich Sinn macht. Dass die Electranten (Ladestationen für Elektro-Fahrräder) zu 100 % subventioniert sind, um damit gratis die Batterien laden zu können, widerspricht jeglicher Energie- und staatspolitischen Logik. Es kam noch nie jemandem in den Sinn, dass Privat-Autos an staatlichen Tankstellen gratis tanken können sollen.


Othmar Züger,Aeulegraben 32, Triesen

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