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Leserbrief

Kultur und Finanzen

Prof. Dr. Winfried Huppmann,?Präsident Kulturstiftung Liechtenstein | 26. Juni 2013

Im Kommentar auf der Titelseite des «Volksblattes» vom 22. Juni 2013 werden pauschal Kulturinstitutionen der Misswirtschaft verdächtigt und infrage gestellt. Die Kulturstiftung Liechtenstein stellt hiermit richtig: Das Jahresergebnis 2012 der Kulturstiftung Liechtenstein ergibt ein Minus von 201?108 Franken. Dieses Minus geht zurück auf die Finanzplanung von 2012 bis 2016 im Zuge der Haushaltssanierung des Landes. Im Juni 2011 hat die Regierung diese Finanzplanung der Kulturstiftung beschlossen und damit gutgeheissen, dass die 30-prozentige Kürzung des Staatsbeitrags von 2009 bis 2016 durch den Abbau von Reserven, die die Kulturstiftung 2008 von der Stiftung Pro Liechtenstein übernommen hat, für die Kulturschaffenden erträglich gestaltet wird. Es handelt sich bei diesem Minus also um einen geplanten und kontrollierten Abbau von Reserven im Zuge der Sparmassnahmen des Staates. Aufgrund der Kürzung des Staatsbeitrages werden 34 Leistungsvereinbarungen mit Liechtensteiner Kulturinstitutionen (das betrifft rund 3000 Liechtensteiner Kulturschaffende und kulturell Tätige) seit 2012 stufenweise gekürzt. Kultur zeigt sich auch am Umgang miteinander: In der Landtagsdiskussion vom Freitag wurden Defizite und Steuerungsinstrumente im Kulturbereich leidenschaftlich diskutiert. Es mutet eigenartig an, dass das in der medialen Berichterstattung dann zu einem Rundumschlag «Wie viel Kultur braucht das Land?» wird. Qualitätsjournalismus ist auch Teil der Kultur einer Gesellschaft und offensichtlich können wir noch viel davon brauchen. Das Kulturleben Liechtensteins zeichnet sich durch ausserordentliche Vielfalt und Qualität aus, und das ist für ein kleines Land von grösserer Bedeutung, als diese Debatte vermuten lässt. Womit schmücken sich Staaten im internationalen Wettbewerb? Worüber wird nachgedacht, wenn sich Länder in der Welt präsentieren, nicht zuletzt um auch als Wirtschaftsstandort attraktiv zu sein? Es sind immer Kultur und Traditionen, die ein Land unverwechselbar und authentisch machen. Kultur stiftet Sinn und fördert Gemeinschaft.Sowohl die mehrjährige Finanzplanung als auch der Umgang mit der Vielfalt kultureller Aktivitäten im Land Liechtenstein waren Themen in den Jahresberichten der Kulturstiftung Liechtenstein 2010 und 2011, nachzulesen unter www.kulturstiftung.li. Der Jahresbericht 2012, präsentiert am 17. Juli 2013, wird wiederum detaillierten Einblick in die Förderungen und die finanzielle Situation der Kulturstiftung geben.


Prof. Dr. Winfried Huppmann,?Präsident Kulturstiftung Liechtenstein

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