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Leserbrief

Öffentlicher Verkehr ökologischer als ?der Privatverkehr?

Othmar Züger, Aeulagraben 32, Triesen | 17. Juni 2013

In der Pressekonferenz am 13. Juni von VCL und LGU wurde angeführt, es sei unbestritten, dass der öffentliche Verkehr die deutlich umweltschonendere und wirtschaftlichere Lösung (für die Mobilität) sei. Einer unvoreingenommenen Analyse kann diese Aussage jedoch nicht Stand halten.Gemäss Geschäftsbericht 2012 der LieMobil legte ihre Busflotte im 2012 ca 3,2 Millionen Kilometer zurück. Dazu verbrauchten die Busse ca 1,6 Millionen Liter Dieseltreibstoff, wobei der Gasverbrauch der Gasbusse in eine äquivalente Dieselmenge umgerechnet ist. Pro 100 km ergibt dies etwa 50 Liter Diesel. Gemäss LieMobil wurden mit den Buskursen 5,5 Millionen Fahrgäste transportiert und hochgerechnet 30 Millionen Personen-Kilometer geleistet. Umgerechnet ergeben diese Zahlen einen Verbrauch von 5,5 Liter Diesel pro Person und 100 Kilometer. Dieser Wert kann nun mit dem Autoverkehr verglichen werden. Ein modernes, effizientes Mittelklasseauto (z.B VW Passat, BMW 3er, Audi A4 etc.) benötigt im Mischverkehr ca. 4,5 bis 5,5 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Wenn der Fahrer allein 100 Kilometer zurücklegt, leistet das Auto 100 Personen-Kilometer; bei 2 Insassen sind es 200 Personen-Kilometer. In der Schweiz sitzen im Durchschnitt knapp 1,5 Personen im Auto, also leistet ein Auto pro gefahrene 100 Kilometer im Durchschnitt ca. 150 Personen-Kilometer. Mit dem Verbrauch von 4,5–5,5 Liter ergibt das 3–3,7 Liter Diesel für 100 Personen-Kilometer. Diese Zahl ist deutlich geringer als die 5,5 Liter pro 100 Personen-Kilometer vom Bus. Man kann nun anbringen, dass nicht nur solche verbrauchsarme Autos fahren; doch auch mit den meisten höherklassigeren Autos bleibt der Verbrauch unter 5 Liter Diesel pro 100 Personen-Kilometer. Betrachtet man den CO 2 -Ausstoss, geben die Busse gemäss Statistik der LieMobil 1100–1200 Gramm CO 2 pro km ab. Auf einen Personen-Kilometer umgelegt ergibt das 130 Gramm CO 2 . Für die oben genannten Autos sind die CO 2 Ausstosswerte je nach Modell und Leistung bei 100–140 g/km. Auf ein mit 1,5 Personen besetztes Auto umgelegt, ergibt das 70–90 g CO 2 pro Personen-Kilometer. Auch dieser Wert liegt deutlich unter den 130 g der Busse. Richtigerweise muss man hier anmerken, dass Benzin betriebene Autos ca. 10–20 Prozent schlechter abschneiden, d.h. der CO 2-Ausstoss liegt bei diesen bei 90–110 g pro Personen-Kilometer. Aus diesen Vergleichen zu schlies-sen, dass es immer wirtschaftli-?cher und ökologischer wäre, Auto anstelle von Bus zu fahren, wäre voreilig. Mit der Benutzung des bereits fahrenden Busses anstelle des Autos für eine gut erschlossene Strecke vermeidet man den Treibstoffverbrauch und den CO 2-Ausstoss des Autos und schont so die Umwelt weit mehr als mit anderen als ökologisch bezeichneten und hochsubventionierten (weil unwirtschaftlichen) Massnahmen. Den bereits kostendeckenden Privatverkehr pauschal zu verteuern, benachteiligt all jene, die nicht an einer gut bedienten Busstrecke wohnen und deren Fahrziel nicht an einer Busstrecke liegt. Und mit einer Verteuerung wird der Privatverkehr weder ökologischer noch wirtschaftlicher.


Othmar Züger, Aeulagraben 32, Triesen

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