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Leserbrief

Geld verpulvern

Claudia Lins,Spaniagasse 7. Vaduz | 6. Juni 2013

Anscheinend unter 10 Prozent ?der Schüler/-innen am liechtensteinischen Gymnasium haben einen Migrationshintergrund. Bewerten wir das etwa als abgeschlossene Chancengleichheit? Nach neuesten Studien der EU werden Homosexuelle auch im Jahr 2013 rechtlich, bei der Arbeit und im Alltag diskriminiert. 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung sind also davon betroffen, auch in Liechtenstein. Was ist hier mit der Chancengleichheit? Frauen verdienen heute in Liechtenstein nachweislich rund 20 Prozent weniger als deren männlichen Arbeitskollegen. Auch hier die Frage; ist das abgeschlossene Chancengleichheit? Fragen Sie mal einen behinderten Menschen, wie für ihn eine Stellensuche abläuft. Haben wir hier das Thema Chancengleichheit abgeschlossen? Schauen wir nach Frankreich mit den Hetzkampagnen gegen Homosexuelle, schauen wir nach Schweden mit den aktuellen Demonstrationen von Menschen mit Migrationshintergrund und deren Aussagen über Diskriminierung in Schule und Arbeitsleben. Alles aktuell im Mai 2013. Glauben wir allen Ernstes, dass all diese gesellschaftlichen Probleme in Liechtenstein nicht existieren und nicht bei uns auch zu Eskalationen führen kann? Sozialer Frieden und gesellschaftliche Probleme zu lösen ist Aufgabe eines Staates, die viel Engagement und und den nötigen Respekt gegenüber all den Anliegen der Betroffenen erfordert. Dies im Nebenamt auszuführen heisst, den gesellschaftlichen Entwicklungen und Problemen wenig Gehör zu verschafffen und deren Lösung im Nebenamt in Angriff zu nehmen. Sparen in allen Ehren, aber am sozialen Frieden? Die Folgekosten dieser Sparmassnahme könnten längerfristig weitaus höher ausfallen als die kurzfristigen Einsparungen. Ohne Frauen, Ausländer, Behinderte und Homosexuelle ist kein Staat zu machen. Auch nicht in Liechtenstein. Wir könnten zum Beispiel den Staatsbeitrag am Feuerwerk des Staatsfeiertages halbieren und das Geld für einen Lohn für die Stabsstelle Chancengleichheit benutzen. Dann wäre das Geld nicht letzten Endes ohne Sinn und Zweck in die Luft verpulvert, sondern gut in die Zukunft Liechtensteins investiert.

Claudia Lins,Spaniagasse 7. Vaduz

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