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Leserbrief

Konflikt um gloria.tv wirft Fragen auf

Werner Meier,Schellenberg | 16. April 2013

Generalvikar Markus Walser hält daran fest, dass für das Erzbistum keine Veranlassung bestehe, sich von gloria.tv zu distanzieren. Pfarrer Casutt übt zusätzlich scharfe Kritik an unseren Tageszeitungen und jenen Politikern, welche sich erlaubten, kritische Fragen an das Erzbistum zu stellen.Markus Doppelbauer stand in enger Verbindung zu gloria.tv. Er war und ist bis heute im Erzbistum Vaduz inkardiniert. Es ist deshalb unglaubwürdig und unverständlich, wenn die Bistumsleitung jegliche Verantwortung für sein Handeln ablehnt. Sein Tun geschah öffentlich und hat der Kirche geschadet. Eine öffentliche Distanzierung von Seiten des Erzbistums wäre nach den bekannten Vorfällen angebracht gewesen und hätte mit Personalfragen bzw. Grundsätzen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes nichts zu tun gehabt. Auch andere Priester des Erzbistums Vaduz sind im Netzwerk erzkonservativer Organisationen ausserhalb der Erzdiözese tätig. Erzbischof Wolfgang Haas tritt in diesen Kreisen beinahe häufiger öffentlich auf als in seinem Erzbistum. Zahlreiche Fotos von Gottesdiensten auf Internetplattformen zeugen von Gottesdiensten im Tridentinischen Ritus und vermitteln den Eindruck, als hätte das II. Vatikanische Konzil nie stattgefunden. Erstmals erfolgte auch die Feier der Chrisammesse am Gründonnerstag in Vaduz in vorkonziliärer Form. Das «Katholische Magazin für Kirche und Kultur» titelte: «Erzbischof Haas zelebrierte als erster Bischof Europas die Chrisammesse im Alten Ritus.» Unsere Medien schwiegen sich allesamt dazu aus. Wie unterschiedlich sind doch die Bilder am Gründonnerstag zwischen Rom und Vaduz ausgefallen! Hier die prunkvolle Feier, abgewandt vom Volk, den verwaisten Volksaltar im Rücken. Dort Papst Franziskus, der wenige Tage zuvor den Volksaltar in der Sixtinischen Kapelle wieder einbauen liess und jetzt in aller Bescheidenheit auf den Knien gefangenen Frauen und Männern die Füsse wusch.Ich befürchte, dass mit dem Abschluss eines Konkordatsvertrags, wie er jetzt im Entwurf vorliegt, die Entwicklung des Erzbistums zum Kristallisationspunkt einer sehr konservativen kirchlichen Richtung beschleunigt würde. Dies könnte sich auch auf die Gestaltung von Gottesdiensten und die Einrichtung der Kirchenräume auswirken. Der Gottesdienst am Gründonnerstag in Vaduz hat die Richtung aufgezeigt. Wollen wir diesbezüglich wirklich jegliche Einflussnahme aus der Hand geben?


Werner Meier,Schellenberg

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