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Leserbrief

Hoffnungen und Ängste der Clubs

| 13. April 2013

Neugestaltung? Die Regierung erlässt demnächst ein neues Reglement zur Führung und Benutzung des Unterländer Hallenbades. Obwohl es sich nur um eine Richtlinie handelt, könnte dadurch der Verlauf des Bahnenstreits entscheidend beeinflusst werden.

von fabian martin sude

Der Streit um die Vergabe der Bahnen im Hallenbad Eschen nimmt eine neue Dimension an. Denn nun interveniert die Regierung höchstpersönlich. Bislang hatte die Betriebskommission die Bahnen des Hallenbades nach den Bestimmungen eines alten Reglements vergeben. Dieses sei mittlerweile jedoch veraltet und solle demnächst den neuen Bedürfnissen des Bades angepasst werden. Da es sich um ein öffentliches Bad handelt, fällt diese Aufgabe in den Zuständigkeitsbereich der Regierung. Sie muss sich jetzt mit der aktuellen Situation auseinandersetzen und entscheiden, inwiefern sie das Reglement verändert.

Zwar mischt sich die Regierung damit nicht direkt in den Konflikt ein, sie bestimmt jedoch die neuen Rahmenbedingungen der künftigen Hallenbadnutzung. Dadurch kommt der Regierung ein entscheidender Einfluss auf den weiteren Verlauf des Streites zu.

Bildungsministerin Aurelia Frick lud vergangene Woche sämtliche betrof fenen Akteure zu einem runden Tisch ein. Neben SCUL (Schwimm club Unterland) und YPS (Youth Performanc e Swimming) waren auch andere Vereine, die Be triebskommission sowie zahlreiche Gemeinde vorsteher anwesend. Auf Anfrage bestätigte Aurelia Frick das Treffen. Dem «Volksblatt» teilte sie mit, dass sie sich durch das Ge spräch einen Überblick verschaffen und die be teiligten Personen zu Wort kommen lassen wollte. «Es wurde sicht bar, dass die Interessen, Bedürfnisse und Erwartungen sehr unterschiedlich sind», fasste sie das Treffen zu sammen. Nun gelte es, diese im neuen Reglement bestmöglich unter einen Hut zu bringen. Die Stellungnahmen nutzte die Regierungsrätin daher als Grundlage für den Entwurf eines neuen Reglements. Dieser würde anschliessend der Regierung vorgelegt, wobei die Frage nach der Ka pazität des Hallenbades einen besonderen Stel lenwert einnehme. «Auf Grund lage dieses Gesprächs und der vorliegenden Informationen wird die Regierung nun in einer der nächsten Sitzungen eine Entscheidung treffen», so Frick weiter. Das Ergebnis stelle ein neues Regle ment über die Führung sowie Benützung des Hallenbades dar. Wie dieses im Detail aussehen könnte, ist je doch noch völlig offen und unbekannt.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann nur darüber spekuliert werden, inwiefern die Regierung die bestehenden Rahmenbedingungen verändern wird. Da im alten Reglement keine Einschränkungen hinsichtlich Anzahl oder Kommerzialität der Schwimmvereine enthalten sind, dürfen SCUL und YPS bislang beide ohne Bahnmiete in Eschen trainieren (das «Volksblatt» berichtete). Dies könnte sich je nach inhaltlicher Ausgestaltung des neuen Reglements künftig jedoch ändern.

Denn die Regierung muss nun indirekt zum Bahnenstreit Stellung beziehen. Sollte das neue Reglement keine Einschränkungen hinsichtlich der Nutzung durch zwei Schwimmvereine enthalten, billigt sie die gemeinsame Nutzung – und damit die Koexistenz von SCUL und YPS. Sollte sie hingegen Bahnmieten für kommerzielle Nutzungen beschliessen, bekennt sie sich zu SCUL. Dadurch müsste YPS die Benutzung der Bahnen von nun an in Rechnung gestellt werden.
Wie Thomas Meier, Vize-Präsident von SCUL, kürzlich in einem Leserbrief schrieb, wäre besonders letzterer Entschluss im Sinne von SCUL. Er hoffe auf ein klares Bekenntnis der Regierung zur ehrenamtlichen Tätigkeit des Schwimmclubs Unterland. Dazu gehöre auch eine Benachteiligung der kommerziellen Anbieter.
Zoltan Legéndi, Hauptschwimmlehrer von YPS, gibt sich diesbezüglich gelassen. Er freute sich bereits darüber, überhaupt zum Gespräch eingeladen worden zu sein: «Bislang wurde viel über uns, aber nie mit uns ge redet», teilte der Schwimmlehrer dem «Volksblatt» mit. Als Streit habe er die Debatte nie verstanden, da beide Vereine Kinder aus Liechtenstein betreuten und daher vor allem an deren Wohl interessiert seien. Er ist daher überzeugt, dass die Regierung beiden Vereinen dieselben Rahmenbedingungen auferlegt. Im Vordergrund stehe ja d ie sportliche Betätigung der Kinder. Eines ist – unabhängig davon, wie sich die Regierung entscheidet – sicher: Für Klarheit unter den Konfliktparteien wird das neue Reglement allemal sorgen.

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