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Leserbrief

Kirchenfinanzierung mittels Spenden

Patrick Sele,Vaduz | 6. April 2013

Die Landtagsabgeordneten Erich Hasler und Herbert Elkuch haben sich für eine Finanzierung der staatlich anerkannten Kirchen mittels Spenden ausgesprochen («Liechtensteiner Volksblatt», 30. März 2013). Diese Position scheint von der Mehrheit der Bevölkerung geteilt zu werden, denn gemäss der von Wilfried Marxer vom Liechtenstein-Institut verfassten und im Internet abrufbaren Studie «Religion in Liechtenstein: Umfrage im Auftrag der Regierung des Fürstentums Liechtenstein über Glauben, Religiosität, religiöse Toleranz und das Verhältnis von Staat und Religionsgemeinschaften» sprechen sich 61 Prozent aller Befragten und 58 Prozent der Katholiken dafür aus, dass sich die Religionsgemeinschaften selbst finanzieren. Aus einem weiteren Ergebnis dieser Umfrage, nach welchem 71 Prozent der Katholiken der Ansicht sind, dass für den Fall, dass die katholische Kirche nach der Neuordnung des Staatskirchenrechts weiterhin vom Staat finanziert wird, diese genauso viel oder sogar mehr Geld vom Staat erhalten sollte wie bis anhin, kann der Schluss gezogen werden, dass mindestens zwei Drittel der Katholiken bereit wären, ihre Kirche mittels Spenden zu finanzieren. Gemäss den beiden Landtagsabgeordneten sollte zudem auch der Religionsunterricht nicht vom Staat finanziert werden. Auch in Bezug auf eine ?Finanzierung des Religionsunterrichts durch Spenden bietet die genannte Studie eine Grundlage für die Annahme, dass diese von einer genügend grossen Zahl von Einwohnern getragen würde: 68 Prozent der Befragten stimmen der Aussage «Die Kirche spielt in der Kindererziehung eine wichtige Rolle» zu. Damit sich die Kirchen gut an das neue System der Kirchenfinanzierung anpassen können, wäre es meiner Ansicht nach sinnvoll, wenn Land und Gemeinden während einer grosszügig zu bemessenden Übergangsfrist allfällige Fehlbeträge ausgleichen würden.


Patrick Sele,Vaduz

Glaube

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