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Leserbrief

Klarstellung

Markus Walser,Generalvikar des Erzbistums Vaduz | 3. April 2013

Im «Liechtensteiner Volksblatt» (Ausgabe vom 30.03.2013) wird versucht, einen eigenartigen Zusammenhang zwischen der Internetplattform gloria.tv und der Frage eines «Konkordats» zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Fürstentum Liechtenstein herzustellen. Hierzu sei seitens des Erzbistums Vaduz Folgendes festhalten:1. Der Erzbischof von Vaduz bzw. das Erzbistum Vaduz hat – anders als gewisse andere deutschsprachige Bistümer – nie Bilder oder Filme für gloria.tv hergestellt oder dort hochgeladen. Wenn es solche vom Erzbischof von Vaduz oder seinem Generalvikar auf gloria.tv gibt, so wurden sie von Dritten erstellt und auch von Dritten hochgeladen. Das zu verhindern, ist faktisch nicht möglich. Anders als für etwelche deutschsprachige Bistümer, die eine Zusammenarbeit mit gloria.tv unterhielten, besteht für das Erzbistum Vaduz somit keine Veranlassung, sich von gloria.tv oder irgendeiner anderen Internetplattform zu distanzieren, da wir mit keiner solchen zusammengearbeitet haben oder zusammenarbeiten oder vorhaben, eine Zusammenarbeit einzugehen. Die einzige Internetpublikation, für die das Erzbistum Vaduz verantwortlich war und ist, ist unsere eigene Homepage www.erzbistum-vaduz.li.2. Die Gespräche bzw. Verhandlungen betreffend eine Vereinbarung zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Fürstentum Liechtenstein begannen ohne Konsultation oder Mitwirkung des Erzbischofs von Vaduz oder seines Generalvikars. Ebenso waren bereits wesentliche Vorentscheidungen getroffen worden, bevor der Apostolische Nuntius aus Sachgründen den Vaduzer Generalvikar zu informellen Gesprächen beigezogen hat. Es war immer klar: Verhandlungs- und Vertragspartner sind das Fürstentum Liechtenstein und der Heilige Stuhl – nicht das Erzbistum Vaduz. Es ist eine politische Entscheidung, ob sich das Fürstentum Liechtenstein in der Frage der Regelung des Verhältnisses von Staat und Kirche fortan dem europäisch üblichen Standard einer vertraglichen Lösung verschliessen will oder nicht. Es scheint, dass die Initiative für die jüngsten Verhandlungen von der Regierung ausgegangen ist. So erstaunt es auch nicht, dass der frühere Regierungschef noch vor wenigen Tagen in den Medien verkündete, dass alle Gemeinden grundsätzlich für eine konkordatäre Lösung sind usw. Auch hier geht es um einen Vorgang, der mit der Verlässlichkeit Liechtensteins in internationalen Beziehungen zu tun hat, und nicht um einen solchen, der zunächst und zuerst das Erzbistum Vaduz betrifft. Es stellt sich jedoch angesichts der jetzigen Situation die Frage: Wurde staatlicherseits nach dem Grundsatz von Treu und Glauben verhandelt?3. Die Diözesanleitung wird auch künftig grundsätzlich keine Anfragen von Medien oder Dritter beantworten, die das kirchliche und seelsorgerliche Amts- bzw. Berufsgeheimnis tangieren und verletzen könnten. Dazu zählen in aller Regel Personalfragen. Hier gelten für die Kirche ähnliche Grundsätze des Daten- und Persönlichkeitsschutzes wie für andere Institutionen auch. Die kirchliche Stiftung Mater fortior als zivilrechtlicher Arbeitgeber für die Angestellten des Erzbistums Vaduz hat – seit dem Eintritt des Erzbischofs in das AHV-Alter – zwei Gehaltsempfänger: den Generalvikar und den Kanzler des Erzbistums Vaduz. Die Pfarrer und Kapläne der Pfarreien im Fürstentum Liechtenstein sind – wie wohl nicht eigens betont werden muss – zivilrechtlich von den Gemeinden angestellt.


Markus Walser,Generalvikar des Erzbistums Vaduz

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