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Leserbrief

Odyssee der?Telekommunikation in Liechtenstein

Heinz Büchel,Ruggell | 28. März 2013

Der 15-jährige Irrweg im Organisa-tionskonstrukt der Telekommunika-tion in Liechtenstein soll ein Ende nehmen. Den Schlussstrich wollte die Regierung-Tschütscher bekannt-lich im beabsichtigten Verkauf von 75 Prozent der Aktien der Telecom Liechtenstein AG (TLI AG) und der Telefoninfrastruktur der LKW an die Swisscom ziehen. Kurz: «zurück in die Zukunft» und «zurück zur Swisscom». Im Gegensatz dazu haben die LKW bereits 1998 eine Minderheitsbeteiligung von circa 25 Prozent der Swisscom vorgeschlagen. Dies war Bestandteil des LKW/Mc Kinsey-Telekom-Konzeptes zur Bewerbung der Telecom-Grundversorgung in Liechtenstein. Doch es sollte damals anders kommen. Die Berater der Regierung Frick witterten 1998 ein Milliardenpotenzial in dem neuen Offshore-Geschäft im weltumspannenden Telekommunikationsnetz. Die LKW/Lie-comtel AG wurde in eine Nischenrolle gedrängt und die Regierung gründete für diese Aufgabe die regierungsnahe Liechtenstein Tele-Net bzw. die LTN AG, Vorgängerin der heutigen TLI AG.Aufgrund fehlendem Geschäftsvolumen bei der LTN AG (das Milliardengeschäft hat sich nicht bewahrheitet) wurden immer wieder Änderungen in den Rahmenbedingungen zugunsten der LTN vorgenommen, die zum Teil auch auf Paradigmenwechsel der Regierungen basierten. Die Lie-com-tel AG wurde dadurch zum Spielball der Politik. Dennoch hat sie für die Telekom in Liechtenstein einen erheblichen Mehrwert, Produkte- und Marktvielfalt (nach EWR) geschaffen.Nachdem eine Konkurrenzierung unter den Staatstöchtern von der Politik plötzlich nicht mehr erwünscht war, wurde 2006 ein wichtiger Entscheid unter der Regierung Hasler und dem Landtag getroffen. Es wurde die konsequente Trennung zwischen Dienste und Netze vorgenommen, die TLI erhielt alle Dienste und die LKW den Netzprovider (Infra-strukturbetreiber). Nach 15 Jahren kapituliert nun die TLI-Führung, weil sie keine eigene wirtschaftliche Perspektive mehr sieht. Anstelle ihres vorgeschlage-nen Deals mit Swisscom, sehe ich jedoch eindeutig die einheimische nachhaltige Lösung; Fusion von TLI und LKW unter dem Dach der LKW. Synergien und grosse Einsparpotenziale werden dadurch genutzt, die hochmoderne Kommunikationsinfrastruktur bleibt im Eigentum des Landes, der eigens zu steuernde Ausbau eines flächendeckenden Glasfasernetzes (fiber to home), der jedem Endkunden eine schnelle Datenleitung bietet sowie der diskriminierungsfreie Zugang für sämtliche heute auf dem FL-Markt bestehenden Provider wird dadurch gesichert.Der im 1998 eingeschlagene Weg hat das Land einen höheren dreistelligen Millionenbetrag gekostet, damit muss nun Schluss sein. Der beim vorgeschlagenen Deal in Aussicht gestellte Verkaufserlös von 23 Millionen Franken steht in keinem Verhältnis zu der daraus resultierenden Volksvermögensvernichtung. Es gilt auch hier den Wirtschaftsstandort Liechtenstein zu stärken und die Chancen zu nutzen, die mit der eigenen hochmodernen IKT-Infrastruktur verbunden sind.

Heinz Büchel,Ruggell

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