Leserbrief

Verdienste?und Versäumnisse

VCL Verkehrs-Club Liechtenstein | 27. März 2013

Das «Volksblatt»-Interview vom ?23. März mit Regierungschef-Stellvertreter Martin Meyer verdient eine kritische Betrachtung. Meyers gros-ses Verdienst in der Verkehrspolitik nennt er selbst: «Mit dem Projekt S-Bahn FL-A-CH legen wir der Bevölkerung ein entscheidungsreifes Projekt vor, welches für die ganze Region zukunftsweisend ist.» Der VCL dankt ihm dafür. Weiter meint er: «Es bedarf noch vieler Anstrengungen, um die Bevölkerung von der Sinnhaftigkeit dieses Projektes zu überzeugen.» Das hat ?Meyer selbst zu verantworten. Denn die Kom-munikation zur S-Bahn ?FL-A-CH war bisher alles andere als optimal.Der VCL stimmt mit Meyer überein, dass die S-Bahn FL-A-CH für die Entlastung der Strassen von Pendlerströmen eine zentrale Rolle spielt. Doch bis heute scheint Meyer nicht begriffen zu haben, dass die Infrastruktur das Verkehrsverhalten bestimmt. Meyer baute (Industriezubringer Schaan) und plant (Umfahrungsstrasse Vaduz-Triesen) Strassen, die Arbeitswege per Auto noch attraktiver machen. Bei den Rheinübergängen Bendern und Vaduz werden teure «kosmetische Massnahmen» (Marcel John, St. Galler Tiefbauamt) geplant. Diese Massnahmen sollten sich auf die Bevorzugung der Linienbusse beschränken, ohne den Autoverkehr attraktiver zu machen.Auch die Zuschg-Umfahrung in ?Schaanwald macht nur Sinn, wenn damit eine gute Busbevorzugung durch ein Pförtnersystem realisiert wird. Denn laut Marcel John ist der Auto-Verkehrsinfarkt nur eine Frage der Zeit, wenn vor allem die Arbeitspendler nicht viel stärker als bisher auf den öffentlichen Verkehr umsteigen. Dafür muss aber der öffentliche Verkehr deutlich attraktiver gemacht werden. Mit der Bahn als Mittelverteiler – der erste Schritt ist die S-Bahn FL-A-CH – und dem Bus als Bahnzubringer und Feinverteiler.

VCL Verkehrs-Club Liechtenstein

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