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Leserbrief

Warum nicht?Schweizer?Konkordate prüfen?

Othmar Kähli, Zug | 26. März 2013

Dass im Fürstentum Liechtenstein die Verflechtung von Staat und der römisch-katholischen Kirche überdacht und neu geregelt werden soll, empfinde ich gut, denn auch andere Kirchen und Religionen sollen Vereinbarungen mit dem Staat eingehen können.Der nun vorliegende Konkordatsentwurf im Fürstentum Liechtenstein unterscheidet sich wesentlich von entsprechenden Konkordaten in der Schweiz. Im Bistum Basel beispielsweise ist das Domkapitel bei der Bestellung des Bischofs befugt, eine Liste von sechs Priestern aus dem Diözesanklerus zu erstellen, aus der dann der Diözesanbischof gewählt wird, nachdem die Vertreter der Kantonsregierungen die Liste erhalten haben mit der Möglichkeit, allenfalls eine Person als «weniger genehm» zu bezeichnen. Der vom Domkapitel Gewählte wird anschliessend von der römischen Kurie angeschaut und dann vom Papst ernannt. Seit Bestehen des Konkordates von 1828 wurde immer der vom Domkapitel Gewählte vom Papst als Diözesanbischof ernannt.Bei der Bestellung einer neuen Leitung in einer Pfarrei wird die Stelle in der Schweizerischen Kirchenzeitung ausgeschrieben. Interessenten melden sich beim bischöflichen Personalamt. Das bischöfliche Ordinariat nennt dem Kirchenrat jene Kandidaten, die für die freie Stelle infrage kommen. Nach Gesprächen mit den Kandidaten schlägt der Kirchenrat eine Person als Pfarrer respektive Pfarreileiter zur Wahl vor. Der von der Kirchgemeindeversammlung Gewählte wird dann vom Diözesanbischof ernannt.Dieses Wahlsystem bringt zwei Dinge zum Ausdruck. Auf der einen Seite kommt die Ernennung des Bischofs eindeutig dem Papst zu. Ebenso eindeutig kommt die Ernennung eines Pfarrers dem Diözesanbischof zu. Auf der anderen Seite wird das betroffene Bistum bei der Nachfolgeregelung mit einbezogen. Das Gleiche gilt der Neubesetzung einer Pfarrei. Die wahlberechtigten Mitglieder einer Pfarrei werden in diesem Tun mit einbezogen. Ich trage die Hoffnung in mir, dass bei der endgültigen Ausgestaltung des Konkordats darauf geachtet wird, dass auch Behörden und Laiengremien in kirchlichen Fragen ein Mitspracherecht zukommt und sie so in das kirchliche Leben mit eingebunden werden.

Othmar Kähli, Zug

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