Leserbrief

Der teure Winter

Otto Beck, Triesenberg | 23. März 2013

Lange habe ich überlegt, schreibe ich etwas oder lasse ich es bleiben. Im Bewusstsein, einigen auf die Füsse zu treten, schreibe ich. Meine und auch die Feststellung vieler Mitbewohner, die leider nichts schreiben:Unser Staat, genauer das zuständige Amt für Bauten und Infrastruktur, spart noch immer nicht, es lässt unser Geld auf die Strassen streuen. Jedem, auch mir, ist klar, dass Stras-sen geräumt und bei entsprechenden Verhältnissen gesalzen werden müssen, speziell bei uns in Triesenberg, wo die meisten Stras-sen auf- und abwärts führen.1050 Tonnen Salz für 1?150?000 Franken auf unseren Strassen sind schlicht und einfach viel zu viel. Mit einem Drittel weniger wäre die ?Sicherheit genauso gewährleistet, siehe angrenzendes Ausland.Was sich da in Triesenberg an den Morgen nach Schneefall abspielt, kann in einem kurzen Leserbrief gar nicht beschrieben werden. Im 20-Minuten-Takt fahren Räumfahrzeuge privater Unternehmer und die orangen des Staates mit und ohne Salzstreuer auf und ab, hin und her. Einer pflügt und schrammt den Randsteinen entlang bei heftigem Schneefall. Kurz danach räumt der andere den frischen Schnee samt Salz zur Seite und das Spiel geht weiter.Die kaputten Strassenränder und umgepflügten Wasen der angrenzenden Wiesen böten Stoff für einen weiteren Leserbrief und verursachen zusätzliche Kosten.Ich weiss, allen recht getan ist eine Kunst, die niemand kann. Einige wünschen sich geföhnte Strassen und fahren auch so, andere kommen auch mit Schnee zurecht. Das viele Salz macht daraus aber einen braunen klebrigen Matsch. Er haftet rund um die Reifen, an den Schuhen und in den Pfoten. Beim Gehen ein Gefühl wie in Mehl in einer Teflonpfanne.Das M+S auf unseren guten Winterreifen steht für Matsch und Schnee, bei uns aber für Matsch und Salz – weniger wäre mehr.


Otto Beck, Triesenberg

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