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Leserbrief

Es ist Zeit, an unsere Enkel zu denken

Barbara Ospelt-Geigerund Petra Miescher, Vaduz | 16. März 2013

Die Diskussion ums Haberfeld und den Bildungsstandort Vaduz darf nicht an unseren jetzigen Einstellungen und Lebenssituationen kleben bleiben. Was für eine Schullandschaft wollen wir für unsere Enkel einst bereitstellen? Nehmen wir an, dass sich die gesellschaftlichen Trends so weiterentwickeln. Wir gönnen unseren Söhnen und Töchtern die bestmögliche Ausbildung. Wir wünschen unseren Söhnen und Töchtern, dass sie ein erfülltes Leben in eigener Familie und passendem Beruf führen können.Unter welchen Bedingungen sind unsere Söhne und Töchter dann überhaupt bereit, sich auf eigene Kinder einzulassen?Wir müssen leider annehmen, dass Ehen weiterhin zur Hälfte nicht von Dauer sein werden. Wir müssen weiter annehmen, dass Betriebe und Unternehmen nicht mehr (hoffentlich aber auch nicht weniger) Teilzeitstellen zur Verfügung stellen. Wir müssen annehmen, dass die Entwicklung von flexiblen Arbeitszeiten eher langsam vor sich geht.Unsere Söhne und Töchter werden ganz unterschiedliche Wege gehen. Es ist auch anzunehmen, dass nur ein Teil von ihnen Vaduz als Lebensort wählen wird.Welchen Bildungsstandort sollen unsere Kinder dann antreffen? Unter welchen Bedingungen wird es in Zukunft genügend Kinder für unsere Kindergärten und Schulen geben?Muss es unter diesen Umständen auf die Frage hinauslaufen: Tagesstrukturen oder Tagesschule? Oder kann es auch heissen Tagesstrukturen und Tagesschule?Wir wissen nicht, was für Wege unsere Kinder gehen. Wir erziehen sie nur dazu, ihre eigenen Wege zu gehen. Sollte ein Bildungsstandort dann nicht alle Optionen anbieten können? Welche Chancen und Möglichkeiten bietet dabei ein Standort mit einem zentralen, umfassenden und vielfältigen Angebot?Welchen Bildungsstandort würden wir für unsere Enkel wünschen?Schule ist längst mehr als die Ansammlung von Kindern des gleichen Jahrgangs zum Zwecke des Lese-, Schrift- und Rechenerwerbs. Schulen erfüllen heute die vielfältigsten Aufgaben in unterschiedlichsten Bildungsbereichen und auch in der Erziehung und Betreuung sollen Schulen heute Optionen haben, auf die unterschiedlichsten Erwartungen mit geeigneten pädagogischen Konzepten zu reagieren.Was heisst das für den Bildungsstandort Vaduz?Wir sind gefordert, all diese Fragen mit der nötigen Weitsicht und Besonnenheit anzugehen – und die Parteipolitik beiseite zu lassen.Auch wenn im Haberfeld Tagesstrukturen, Tagesschule, Kindertagesstätte und Kindergarten ein neues Heim erhalten, bleiben diese Fragen noch nicht ganz geklärt. Aber das Projekt trägt dazu bei, dass Vaduz eine Heimat all denen bieten kann, die in Zukunft unsere Gemeinde prägen.


Barbara Ospelt-Geigerund Petra Miescher, Vaduz

Glaube

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