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Leserbrief

Jakob Nutt †

| 12. März 2013

Am Samstag, den 3. November 2012, erwies eine grosse Trauergemeinde unserem lieben Mitbürger Jakob Nutt in der Pfarkirche von Schaan die letzte Ehre. Er verstarb, im 61. Lebensjahr stehend, am 29. Oktober 2012.Jakob oder Köbi, wie ihn die Personen, die ihm näherstanden, auch gerne nannten, wurde am 25. Januar 1951 als sechstes von neun Kindern geboren. Seine Kindheit verbrachte er mit seinen vier Brüdern und vier Schwestern auf dem Bauernhof seiner Eltern Robert und Katharina in Schaan. Die Tatsache, dass die Zeiten hart und das Aufwachsen mit viel «Mitanpacken» verbunden war, trübte seine schönen Kindheitserinnerungen nicht. Vielmehr liebte er es, von seinen frühen Jahren und besonders von den Streichen der «Nuttabuaba» zu erzählen. Von Kindesbeinen an verband Jakob und seine Mama eine besonders innige Beziehung, die ein Leben lang Bestand hatte. Stets war er um ihr Wohlergehen besorgt, das sich in zahlreichen Besuchen und Telefonaten sowie am obligatorischen Zopf am Samstag widerspiegelte. Als die Entscheidung der Berufswahl anstand, entschloss sich Jakob zu einer Lehre als Heizungs- und Sanitärmonteur, welche er in Grabs absolvierte. Mit viel Fleiss und Engagement eignete er sich das nötige Rüstzeug an, das ihm bei seinem späteren Werdegang zugute kommen sollte. Natürlich hatte auch Jakob seine wilden Jahre, von denen er immer wieder gerne erzählte. Diese endeten aber im Alter von 18 Jahren, als er Monika Jehle beim Tanz im Hotel Saroja in Planken kennen und lieben lernte. Obwohl Jakob sein «Hasi», wie er sie später immer nannte, anfänglich nicht mit Charme umwarb, liess sich Monika von seinen leuchtend blauen Augen verzaubern und trug ihm seine freche Art nicht nach. Die Einladung zu ihrem Geburtstagsfest gab den Auftakt zu fünf Jahren «Stobati» und einer 43 Jahre anhaltenden glücklichen Zweisamkeit. Für ihre gemeinsame Zukunft schufen sich die zwei in Planken auf der Egerta ein Zuhause, in dessen Gestaltung sie bis zuletzt viel Zeit und Liebe investierten. 1974 wurde das Liebesglück ehelich besiegelt. Mit der Geburt von Goldlöckchen Martin erhielten sie 1980 schliesslich den sehnsüchtig erwarteten Zuwachs.Positiv gestimmt durch Jakobs berufspezifisches Geschick und Monikas kaufmännische Fähigkeiten wagten sie 1982 den mutigen Schritt in die Selbstständigkeit und gründeten in der hauseigenen Garage die Einmannfirma Jakob Nutt. Da jeder Anfang bekanntlich schwer ist, erhielt Jakob alsbald Unterstützung von seinem Schwiegervater Gustav, der als erster Mitarbeiter tatkräftig mitanpackte, damit die kleine Familie über die Runden kam. Im selben Jahr bekam Martin eine kleine Schwester. Sabine, auch bekannt als Sausewind, hielt ihre Eltern mit ihrem nie enden wollenden Bewegungsdrang auf Trab. Zweieinhalb Jahre später wurde die Familie mit der Geburt ihres Nesthäkchens Christine komplett.Die Familie war Jakobs Ansporn und Erholung zugleich. Seine Qualitäten als liebevoller Ehemann stellte er all die Jahre hindurch unermüdlich unter Beweis, indem er seinem «Hasi» regelmässig Blumen brachte und sich mehrmals täglich telefonisch nach ihrem Befinden erkundigte. Neben den gemeinsamen Aufgaben in Familie und Beruf gestalteten sie mit dem Älterwerden auch einen Grossteil ihrer Freizeit zusammen. Gerne gingen die beiden fein Essen, liessen sich in Wellnessanlagen verwöhnen oder frönten ihrem grössten Hobby: Laufen und Wandern.Als Papa fand Jakob trotz seinem auslastenden Beruf als selbstständiger Unternehmer immer die nötige Zeit und Energie, um mit seiner Rasselbande etwas zu unternehmen. Den Kindern bleiben zahlreiche gemeinsame Aktivitäten in Erinnerung, unter anderem die Ausflüge ins Alpamare und in den Kinderzoo Rapperswil, die Wanderungen, die Skitage und selbstredend die jährlichen Sommerferien, in denen die Familie mit Sack und Pack verschiedene Kontinente bereiste. Nebst seiner Grosszügigkeit und Liebe zu seinen Kindern war Jakob stets bestrebt, sie vor allem Schlechten zu bewahren und sie auf das Leben vorzubereiten. Er erfüllte seine Vaterrolle mit Bravour und erwies sich in mehrfacher Hinsicht als Vorbild, dem die Kinder damals, heute und in Zukunft gerne folgen. Wegen seines Einsatzes, seiner Zuverlässigkeit, seiner Fachkenntnis und seiner ehrlichen Art schüttelte Jakob im Laufe seines Werdegangs vielen zufriedenen Kunden die Hände, so- dass er seine Tätigkeit und seinen Mitarbeiterkreis nach und nach erweitern konnte. Die Garage in Planken wurde diesen Anforderungen schliesslich nicht mehr gerecht, so dass sich die Firma in grössere Räumlichkeiten nach Schaan verlagerte. Jakob zeigte immer viel Hingabe an seinen Beruf: So konnte er sich auch noch nach Jahren an seine ausgeführten Arbeiten im Detail erinnern und strotzte frühmorgens um sechs vor guter Laune. Auch in stressigen Situationen verlor er nie den Überblick und seine Freude an der Arbeit. Jakob suchte stets den persönlichen Kontakt zu seinen Mitarbeitern, überraschte sie gerne mit einem feinen «Znüni» und wertschätzte die gemeinsamen Gespräche und das Zusammensein nach Feierabend. Neben diesen erwähnten Wesenszügen beruhte der Erfolg der Jakob Nutt AG, welche bis zu 20 Mitarbeiter zählte, auch auf dem gemeinsamen Engagement der Mitarbeiter und dem guten Zusammenwirken von Jakob und Monika, nicht nur als Ehe-, sondern auch als Geschäftsleute.Bei Beginn seines wohlverdienten dritten Lebensabschnittes, den wir ihm von Herzen anders gewünscht hätten, wurde bei Jakob unerwartet ein Hirntumor festgestellt. Was ihn als Mensch ausmachte, bewahrte er sich aber auch während der schweren Zeit seiner Krankheit. Er nahm sein hartes Schicksal klaglos, mit viel Durchhaltevermögen und innerer Ruhe an. Trotz seiner Krankheit konnte Jakob noch schöne Momente mit seiner Familie, seinen Anverwandten und Bekannten teilen sowie deren Fürsorge und Beistand erfahren. So war es ihm unter anderem möglich, seine jüngste Tochter Christine zum Altar zu führen und die Geburt seines ersten Enkels Riccardo mitzuerleben. Der kleine Sonnenschein konnte ihm selbst unter erdrückenden Umständen stets ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Nach einem langen, nicht zu gewinnenden Kampf und vielen Hochs und Tiefs akzeptierte er sein bevorstehendes Ende und bewies ein letztes Mal seine Würde und Stärke. Nach mehreren Wochen der Bettlägerigkeit durfte er zu Hause im Beisein seiner Frau einschlafen.Sein Lachen, das Strahlen seiner Augen, sein Händedruck, die gemeinsamen Gespräche, sein Wesen; all das wird uns furchtbar fehlen und eine grosse Lücke hinterlassen. Die Erinnerung an seine Hilfsbereitschaft, Fröhlichkeit, Zuverlässigkeit, Freundlichkeit, Lebensfreude, Zuneigung und Fürsorge, die wir erleben durften, werden uns aber ein Leben lang begleiten.

«Wir wissen, wir sollten nicht weinen, weil du erlöst bist.Wir wissen, wir sollten nicht trauern, weil du jetzt in einer besseren Welt bist.Wir wissen, wir sollten dich nicht vermissen, weil wir uns irgendwann wiedersehen.Aber wie sagen wir das unseren Herzen?»


Wir entbieten den Angehörigen und allen, die um Jakob trauern, unsere aufrichtige Anteilnahme. Möge er ruhen im Frieden des Allmächtigen.

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