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Leserbrief

Eine Analyse

Johann Ott,Vaduz | 9. März 2013

Der Bürgermeister hat jetzt Klartext gesprochen bzw. geschrieben: «UNO ist kein Thema!» (mehr). So weit sind wir jetzt also. Wir sind eine Gemeinde mit 5000 Einwohnern und brauchen drei Primarschulhäuser. Die Kinder sind aufgeteilt in 129 Kinder der Regelschule im Ebenholz, 79 Kinder der Regelschule im Aeule und 31 in der Tagesschule, die künftig im Haberfeld sein soll, wo dann auch alle andern zum Essen hingehen sollen. An der Informationsveranstaltung, am 25. Februar im Foyer des Vaduzer Saals wurde die Tagesschule von verschiedenen Seiten hochgelobt. Sie befindet sich derzeit aber noch im Versuchsstadium, sowohl in Vaduz und auch in Schaan. Dort könne man den Unterrricht sehr gut im Resch und die Betreuung im ehemaligen Altersheim durchführen, ist vom Vorsteher zu vernehmen. In Vaduz sei die Versuchsphase örtlich im Schulhaus Aeule integriert und da würden unzumutbare Zustände herrschen, behaupten die Lehrer. Von gegenseitiger Lärmbelästigung und zu wenig Platz auf dem Pausenhof wurde gesprochen. Ich habe nachgemessen. Die verfügbare Freifläche im Hof beträgt circa 1300 Quadratmeter. Man sollte meinen, das sei genug. Es sei denn, die Fläche ist falsch oder ungünstig zugeteilt. Zu meiner Zeit hatten wir vor der Grassschen Schule etwa 800 m 2 für acht Schulklassen. Ich kann mich nicht erinnern, dass der Pausenplatz zu klein war. Gegen Lärm von aussen gibt es bekanntlich Schallschutzverglasungen und schalldichte Türen. Die Jammerei der Lehrer mag ja glaubhaft sein, aber ob man zu deren Behebung gleich einen 14,2-Millionen-Bau errichten muss, ist schon dicke Post. Klar, da wäre dann auch noch die Küche für die Tagesstrukturen integriert. Für die Tagesschüler sei es unmöglich, vom Aeule ins Haberfeld zum Mittagessen zu laufen, hat die zuständige Lehrerin gesagt; es passe nicht ins pädagogische Konzept. Ich habe nachgemessen, es sind 550 Meter, also etwa 10 Gehminuten entlang dem Giessen – und das lässt sich nicht in ein pädagogisches Konzept einbauen? Ich bitte Sie, da hört die Glaubwürdigkeit auf. Ich habe auch die Dimensionen des Tagesschulprojektes aus dem mir zugesandten Faltblatt nachgemessen und ermittle eine Gebäudelänge von 62 Metern und eine Breite von 32 Metern. Zum Vergleich: das Regierungsgebäude ist 45 Meter lang und 18 breit. Bei allem Verständnis für die Bedürfnisse der Bildungspolitik und der Notwendigkeit berufstätiger Eltern, wir müssen jetzt, in Zeiten sinkender Staatseinnahmen das Mass der Verhältnismässigkeit wiederfinden.

Johann Ott,Vaduz

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