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Leserbrief

Büffelkälbchen?in Einzelhaft

Tierschutzverein Liechtenstein (Mitglied des Schweizer Tierschutzes) | 8. März 2013

Konsumentinnen und Konsumenten schätzen und geniessen den säuerlich-erfrischenden Geschmack von Büffel-Mozzarella. Etwa 400 Tonnen Mozzarella di bufala werden jährlich in der Schweiz konsumiert. Tendenz steigend. Bei rund Dreiviertel davon handelt es sich um Importprodukte, vornehmlich aus Italien. Der hohe Preis von Import-Büffel-Mozzarella suggeriert den Käufern eine tadellose Qualität, auch bezüglich Tierhaltung. Dass dies nicht generell zutrifft, zeigt eine Recherche des Schweizer Tierschutzes STS. Schweizer Landwirte, die Wasserbüffelhaltungen zur Mozzarella-Produktion in Italien besichtigt haben, berichten von gravierenden Tierschutzproblemen. Tierschützer vor Ort und eine Recherche des Filmemachers Mark M. Rissi stützen die Beobachtungen.In Italien heissen Wasserbüffel «Bufale», Büffel. Das Wort Wasser, das hat man gestrichen. Nicht nur im Namen. Büffelkühe leben häufig in ständiger Stallhaltung, eingestreute Liegebereiche, Auslauf, Weide und Bade- oder Abkühlmöglichkeiten sind nicht gesetzlich vorgeschrieben. Überzählige männliche Kälber werden oftmals direkt nach der Geburt geschlachtet. während weibliche Kälbchen von der Mutterkuh getrennt in einer Art Metallkäfig aufgezogen werden. Es ist eine Aufzucht in Einzelhaft, in Käfigen mit einer Fläche, auf der sich die Tiere nicht einmal umdrehen können, mit Metallgitterboden, ohne Blick- und Sozialkontakt zu Artgenossen. Im Gegensatz zur Schweiz, welche die Haltung von Milchkühen und Wasserbüffeln gesetzlich regelt, hat die EU bislang keine Tierschutz-Richtlinie für diese Tierarten erlas sen, d. h. es existieren keine konkreten und für alle Mitgliedsstaaten verbindlichen Schutzvorschriften. In der Schweiz muss Wasserbüffeln regelmässiger Auslauf gewährt werden, eingestreute Liegeflächen und Abkühlmöglichkeiten sind Pflicht, Kälber müssen in Gruppen gehalten werden. Das Enthornen und seit 2008 auch der Bau von Anbindeställen sind verboten.Der Schweizer Tierschutz STS empfiehlt Konsumentinnen und Konsumenten, dem Detailhandel und dem Gastgewerbe, auf Schweizer Büffel-Mozzarella zu setzen. Dieser ist kaum teurer, garantiert aber eine korrekte Tierhaltung. Der STS fordert Importeure von Büffel-Mozzarella auf, die Herkunftsbetriebe ihrer Lieferanten in punkto Tierschutz zu überprüfen und sicherzustellen, dass inskünftig Importe mindestens den Minimalanforderungen der Schweizer Tierschutzgesetzgebung entsprechen und dass Betriebe ohne Auslauf für die Tiere ins Freie und mit Kälbchen-Einzelhaft von der Lieferantenliste gestrichen werden.


Tierschutzverein Liechtenstein (Mitglied des Schweizer Tierschutzes)

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