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Leserbrief

Forumsbeitrag?des LANV zum?Equal Pay Day

Petra Eichele, LANV | 7. März 2013

Der Equal Pay Day findet auch in diesem Jahr am 7. März statt. Immer noch müssen Frauen für denselben Lohn, den Männer am 31. Dezember in der Tasche haben, über 2 Monate länger arbeiten, erneut bis zum 7. März. Es hat sich nichts geändert! Der Lohnunterschied beträgt in Liechtenstein bei gleicher Qualifikation und Position immer noch 17,8 Prozent, obwohl gleicher Lohn für gleiche Arbeit durch die Verfassung, das Gleichstellungsgesetz und durch Gesamtarbeitsverträge garantiert ist. Wo liegen die Gründe dieser Ungerechtigkeit? ? Typische Frauenarbeiten werden grundsätzlich weniger geschätzt und tiefer entlöhnt als typische Männerarbeiten. ? Frauen arbeiten wegen der zusätzlichen Familienarbeit häufiger Teilzeit (Frauen: 57 %, Männer: 12 %), was negative Auswirkungen insbesondere auf ihre Aufstiegsmöglichkeiten hat. Einbussen beim Lohn und bei der Lohnentwicklung sind die Folge. ? Frauen profitieren weniger von Bonusprogrammen (31,5 % der Männer und nur 23,9 % der Frauen profitieren von zusätzlichen Boni und Nebenleistungen). ? Erwerbstätige Frauen haben weniger häufig eine Vorgesetztenfunktion oder sind seltener in der Unternehmensleitung tätig als Männer (Frauen: 23 %, Männer: 37 %). ? Frauen werden oft bereits beim Einstieg ins Erwerbsleben tiefer entlöhnt als ihre männlichen Kollegen. Frauen fehlen in bestimmten Berufen, Branchen und auf den Stufen der Karriereleiter.Der LANV ermuntert alle Frauen dazu, ihre Löhne nicht einfach hinzunehmen, sondern genau hinzuschauen, ob ihr Lohn gerecht ist. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund hat einen Lohngleichheitsrechner entwickelt, den Fairpay-Lohnrechner, auf dem Arbeitnehmerinnen überprüfen können, ob sie von einer Lohnungleichheit betroffen sind (www.lohngleichheit.ch).Der Liechtensteinische Arbeitnehmer/-innenverband LANV setzt sich ein für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituation der Frauen. Wir kämpfen für höhere Mindestlöhne und Lohngleichheit, für eine bessere Verteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit zwischen Männern und Frauen. Erst wenn die finanzielle Unabhängigkeit der Frauen gegenüber den Männern gewährleistet ist, wird die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter in der Realität möglich.


Petra Eichele, LANV

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