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Leserbrief

René Hasler: «Das Projekt Haberfeld?ist durchdacht und ausgereift»

| 5. März 2013

Abstimmung?René Hasler, Vaduzer Gemeinderat der Freien Liste, äussert sich im Interview zum Projekt Haberfeld.


Herr Hasler, Sie haben sich an der Informationsveranstaltung zum Projekt Haberfeld für die Realisierung der Bauvorhabens eingesetzt. Wie erklären Sie sich, dass die VU-Fraktion dieses Projekt nicht mittragen möchte?

René Hasler: Die ganze Thematik betr. die Betreuungsangebote in der Gemeinde Vaduz beschäftigt den ?Gemeinderat ja schon seit mehreren Jahren. Die VU war stets voll mit dabei und hat sich für die Einführung der Tagesschule starkgemacht. Für mich ist nicht nachvollziehbar, wie eine so heterogene Gruppe wie die VU-Fraktion geschlossen einen Sinneswandel vollführen kann.

Seit wann befasst sich der Vaduzer Gemeinderat mit der Realisierung von Betreuungseinrichtungen?

Eigentlich hat ja Vaduz schon vor Jahrzehnten als erste Gemeinde im Land einen Kinderhort, also eine Tagesbetreuung für Kinder und Schüler, eingerichtet. Im Oktober 2007 befasste sich der Gemeinderat grundsätzlich mit dem weiteren Ausbau der durch die Gemeinde anzubietenden Betreuungseinrichtungen. Mit Unterstützung von Fachpersonen aus Bau und Schule wurden verschiedene Möglichkeiten geprüft. Der Gemeinderat hat sich dann 2009 für die Einführung der Tagesschule entschieden. Diese wurde im August 2010 als dreijähriger Schulversuch gestartet.

Wie ist dieser Schulversuch verlaufen?

Der Erfahrungsbericht war positiv, allein die räumliche Situation wurde als belastend gesehen. Im Februar 2012 wurde beschlossen, den Schulversuch um zwei Jahre zu verlängern. So kann dann eine fünfjährige Phase abschliessend beurteilt werden.

Was ist, wenn man zum Schluss kommt, die Tagesschule nicht mehr weiterzuführen?

Aufgrund der Erfahrungen mit Tagesschulen in anderen Gemeinden und der Bedürfnisse der Eltern, ist davon wirklich nicht auszugehen, es sei denn, die Tagesschule müsste ihren Betrieb unter schlechten Rahmenbedingungen aufrechterhalten. Von den Eltern, deren Kinder die Tagesschule besuchen, erhalten wir äusserst positive Rückmeldungen. In Schaan können für das nächste Schuljahr keine weiteren Kinder mehr in die Tagesschule aufgenommen werden. Die Klassen sind voll, es sei denn, es würde dort eine dritte Klasse eröffnet.

In einem Leserbrief spricht die VU-Fraktion von sinkenden Schülerzahlen.

Dass die Schülerzahlen Schwankungen unterworfen sind, und dass europaweit eher weniger Kinder geboren werden, ist eine Tatsache. Die Bautätigkeit in Vaduz dürfte bei den Schülerzahlen zu einer Trendwende führen, vor allem in der bereits voll belegten Primarschule Äule, in deren Einzugsbereich die meisten Wohnungen entstehen. Mit guten Betreuungsangeboten kann Vaduz seine Attraktivität als Wohnort für Familien steigern. Warum nicht auch auf diese Weise Gegensteuer geben, anstatt unerwünschten Entwicklungen einfach tatenlos zuzu-sehen?

Warum sollen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger das Projekt Haberfeld unterstützen?

Bei Schulfragen gibt es natürlich viele «Experten», weil jede und jeder ja schliesslich über Schulerfahrung verfügt. So ein Experte ist auch der Referendumsinitiant Josef Feurle, der an der Informationsversammlung eher abenteuerlich und mit zahlreichen Widersprüchen argumentierte. Beim Projekt Haberfeld handelt es sich um ein durchdachtes, ausgereiftes Projekt, das unter Einbezug von Fachkräften erarbeitet worden ist. Der Vergleich mit anderen Varianten hat zum klaren Ergebnis geführt, dass sich am Standort Haberfeld die Betreuungsangebote auch wirtschaftlich am besten realisieren lassen, weil viele Synergien nutzbar sind. Für tragfähige Zukunftslösungen braucht es auch etwas Mut und Zuversicht. Und die Einsicht, dass die Welt sich ändert. Mit dem Neubau im Haberfeld schaffen wir die Voraussetzung dafür, den Vaduzer Schulbetrieb fit für die Zukunft zu machen.(hs)

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