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Leserbrief

Aus zwei mach drei!

Kathrin Sele,Toulouse | 2. März 2013

Bis 2010 hatten wir in Vaduz zwei Primarschulen an zwei Standorten. Seit 2010 haben wir drei Schulen an zwei Standorten. Bei einem Ja am 24. März haben wir in Zukunft drei Schulen an drei Standorten. Nein, sie haben sich nicht verlesen!Diese drei Schulen haben zusammen circa 180 Schüler oder 60 Schüler pro Schule oder zwölf Schüler pro Klasse! Damit eine Klasse geführt werden darf, braucht es mindestens zwölf Schüler. Kein Wunder also, dass die Schulen aus allen Nähten platzen!Aus meiner Sicht sollten wir, bevor wir über Schulstandorte reden, über das Schulkonzept als Ganzes sprechen. Warum brauchen wir eine separate Tagesschule? Warum nicht zwei Schulen mit ganzheitlichen Tagesstrukturen – so wie im hohen Norden oder im fernen Frankreich. Dort gibt es schon gar keine Schulen mehr ohne Tagesstrukturen. Der gesellschaftliche Wandel lässt grüssen!Daher mein Vorschlag: Die Tagesschule wird rückgeführt in die «normalen» Primarschulen. Im Äule stocken wir auf (5,1 Millionen Franken) und haben somit mehr Platz. Im Haberfeld gibt es ein neues Kita/Kindergarten-Gebäude (7,4 Millionen Franken). Im Ebenholz bauen wir z. B. zusammen mit der Universität neu (circa 15 Millionen Franken) anstatt für 10,6 Millionen Franken zu sanieren. Dann können wir im Ebenholz eine Küche einrichten, die es erlaubt, sowohl das Äule als auch alle Kindergärten zu beliefern. Genau, bei den Kindergärten könnten wir gleich auch Tagesstrukturen einführen. Und zwar flächendeckend! Das steigert die Wettbewerbsfähigkeit von Vaduz nachhaltig. Wie haben die Befürworter so schön gesagt: 75 Prozent der Eltern in Vaduz würden gern flexible Tagesstrukturen in Anspruch nehmen. Mit einem Nein am 24. März können wir nochmals über die Bücher gehen und ein Modell für die Zukunft schaffen. Sofern nämlich der Trend zu Tagesstrukturen anhält, ist das Haberfeld-Projekt schon bald zu klein oder das Ebenholz hat definitiv ausgedient. Ist das vielleicht beabsichtigt – hat doch die Uni Interesse am Gebäude angemeldet. Und noch was: Tagesstrukturen können genauso ein pädagogisches Konzept beinhalten wie Tagesschulen. Zumindest erlebe ich dies tagtäglich bei meinem drei Jahre alten Sohn, der in Frankreich den Kindergarten mit integrierten Tagesstrukturen besucht. Aber zentrale Tagesstrukturen, wie sie im Haberfeld für die zwei dezentralen Schulen Äule und Ebenholz angedacht sind, sind ein absoluter Schwachsinn. Genauso wie drei parallel geführte Schulen in einer so kleinen Gemeinde. Bildung darf und soll etwas kosten – die Konzepte dafür müssen aber durchdacht sein!

Kathrin Sele,Toulouse

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