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Leserbrief

Diskussion um die Subventionierung der Kitas: Was würden die Kinder dazu sagen?

Fürstlicher Medizinalrat Dr. med. Dieter Walch, FA für Kinder- und Jugendheilkunde FMH, Vaduz | 9. Januar 2016


Die ersten 3 Lebensjahre eines Menschen sind die wichtigsten für die gesamte persönliche Entwicklung. Die Charakterbildung gilt dann als weitgehend abgeschlossen, ebenso ist die Basis für eine Sozialkompetenz fixiert.
Bewiesen ist, dass unabhängig von der Qualität einer Betreuungseinrichtung die betroffenen Kinder später ein viel aggressiveres Verhalten zeigen, als solche, die zu Hause, bzw. von Tagesmüttern, betreut werden. Das Tagesprofil des Stresshormons Cortisol ist bei Kleinkindern unter 3 Jahren bei nicht zu Hause betreuten Kindern permanent zu hoch, während dieser Hormonspiegel im Tagesverlauf bei zu Hause gebliebenen Kindern sinkt. Die immer wieder postulierte Behauptung, dass in den Kitas eine bessere intellektuelle Förderung zu beobachten sei, stimmt nur dann, wenn die Betreuungsqualität gegeben ist mit maximal 3 bis 4 Kindern pro Betreuungsperson mit pädagogischer Ausbildung.
Die Familien, die ihre Kinder zu Hause selbst betreuen, sollten mit dem identischen Betrag, der an die Kitas ausgeschüttet werden soll, bedacht werden. Ausserdem sollte unabhängig von dieser Diskussion die Hausfrauen- und Mutterarbeit als solche rechtlich anerkannt und somit unter das Arbeitsrecht gestellt werden. Damit wäre auch eine Berentung dieser Arbeitsleistung gegeben. In Summe kommen diese Leistungen an die Familie der Gesellschaft insgesamt viel billiger, als die Subventionen der Betreuungseinrichtungen ausser Hause. Eingerechnet werden müssen die Folgekosten der späteren Sozialverwahrlosung und der sonstigen therapiebedürftigen Entwicklungs- und Verhaltensdefizite, und diese sind erheblich. Wenn sozialpolitisch diskutiert wird, dann muss doch vordringlich die Grundzelle des Staates, nämlich die Familie, miteinbezogen und gefördert werden, vor allem aber muss das Kindeswohl im Vordergrund stehen.

Fürstlicher Medizinalrat Dr. med. Dieter Walch, FA für Kinder- und Jugendheilkunde FMH, Vaduz

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