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Leserbrief

Finanzierung des?Religionsunterrichts

Patrick Sele,Vaduz | 22. Februar 2013

Gemäss der von Wilfried Marxer vom Liechtenstein-Institut verfassten und im Internet abrufbaren Studie «Religion in Liechtenstein: Umfrage im Auftrag der Regierung des Fürstentums Liechtenstein über Glauben, Religiosität, religiöse Toleranz und das Verhältnis von Staat und Religionsgemeinschaften» sind 64 Prozent der unter 45-jährigen mit der Aussage «Die Kirche spielt in der Kindererziehung eine wichtige Rolle» einverstanden, aber nur 28 Prozent von ihnen besuchen einmal im Monat oder häufiger einen Gottesdienst. Es gibt folglich eine grosse Gruppe, die der Kirche bei der Kindererziehung eine grosse Bedeutung einräumen, selbst aber eher selten einen Gottesdienst besuchen. Da für die religiöse Erziehung der Kinder der staatlich finanzierte Religionsunterricht zur Verfügung steht, sind Angehörige dieser Gruppe nicht unbedingt stark motiviert, ihre Kirche finanziell zu unterstützen. Würde der Religionsunterricht hingegen von den betreffenden Kirchen finanziert, könnte dies eine grössere Zahl zahlungswilliger Kirchenmitglieder mit sich bringen. Neben diesem praktischen Grund kann auch ein juristischer für einen kirchlich finanzierten Religionsunterricht angeführt werden: Es stellt sich die Frage, ob es nicht die negative Religionsfreiheit verletzt, wenn Steuerpflichtige mit ihren Steuermitteln den Religionsunterricht von Religionsgemeinschaften mitfinanzieren müssen, denen sie selbst nicht angehören.


Patrick Sele,Vaduz


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