Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Alternative zur?Mandatssteuer

Patrick Sele,Vaduz | 20. Februar 2013

Gemäss der von Wilfried Marxer vom Liechtenstein-Institut verfassten und im Internet abrufbaren Studie «Religion in Liechtenstein: Umfrage im Auftrag des Fürstentums Liechtenstein über Glauben, Religiosität, religiöse Toleranz und das Verhältnis von Staat und Religionsgemeinschaften» sind 71 Prozent der Katholiken der Ansicht, dass für den Fall, dass die katholische Kirche nach der Neuordnung des Staatskirchenrechts weiterhin vom Staat finanziert wird, diese genauso viel oder sogar mehr Geld vom Staat erhalten sollte wie bis anhin. Die im Dezember 2012 vom Landtag beschlossene Mandatssteuer wird diesem Wunsch nicht gerecht. Als eine die Höhe der finanziellen Ausstattung der staatlich anerkannten Religionsgemeinschaften beibehaltende Alternative zur Mandatssteuer bietet sich ein freiwilliger einkommensabhängiger Kirchenmitgliedschaftsbeitrag an. Da dieser Beitrag nicht dem allgemeinen Steueraufkommen entnommen ist, könnte man ohne die Notwendigkeit eines vorangehenden Landtagsbeschlusses den Anteil des Beitrags am Einkommen entsprechend dem Finanzbedarf der betreffenden Religionsgemeinschaft festlegen. Wenn man beispielsweise für die katholische Kirche einen jährlichen Finanzbedarf von 5,2 Millionen Franken, 13?000 zahlungswillige Mitglieder und für diese einen durchschnittlichen Bruttojahreslohn von 80?000 Franken annimmt, so würde dies einen Anteil von 0,5 Prozent ausmachen. In Bezug auf die übrigen staatlich anerkannten Religionsgemeinschaften könnte auf analoge Weise vorgegangen werden, wobei der entsprechende Anteil je nach Finanzbedarf der betreffenden Religionsgemeinschaften zwischen denselben variieren könnte. Für zahlungswillige Steuerpflichtige könnte in der Steuererklärung eine Rubrik für einen solchen Beitrag zur Verfügung gestellt werden. Um deren Anonymität zu wahren, würden ihre Beiträge auf für die einzelnen Religionsgemeinschaften eingerichteten Konten fliessen und von dort an diese überwiesen werden. Damit bei abnehmender Anzahl zahlungswilliger Mitglieder die finanzielle Belastung für diese nicht allzu gross wird, könnte eine Obergrenze des Anteils von beispielsweise 1 Prozent festgelegt werden. Neben der Beibehaltung der bisherigen Höhe der finanziellen Unterstützung der staatlich anerkannten Religionsgemeinschaften wäre mit diesem Finanzierungsmodell auch gewährleistet, dass diese nur von denjenigen Personen Geld bekommen würden, die dies wünschen.

Patrick Sele,Vaduz

PVS-Debakel

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung