Leserbrief

Gedanken und ?Visionen zum ?Funkensonntag

Sonja Wachter, Schaan | 18. Februar 2013

Ich wohne in Schaan neben dem Funkenplatz und habe einen Hund. Seit Samstag sucht er im ganzen Haus nach einem Plätzchen, wo er sich verkriechen kann, wenn wieder ein Kracher und Böller explodieren. In der Nähe sind Katzen, andere Hunde, Haustiere und die Tiere des Waldes, die dem unsäglichen Lärm ausgesetzt sind und das gestern bis nachts um 00.15 Uhr, als der letzte Böller des Tages unter dem Gejohle der «Funkebuebe» losging. Ist das Kultur, frage ich mich. Ist das eine Tradition, die hochgehalten werden soll? Mich macht es wütend. Da wird heute, am Funkensonntag ein nasser, umweltverpestender Funken gezündet, der die ganze Umgebung verstinkt und belastet. Ist das unsere Kultur? Wollen wir das? Ich mag Traditionen, Rituale, aber was hier auf dem Duxplatz abläuft, hat damit nichts mehr zu tun. Ich habe mich deshalb gefragt, wie der Funkensonntag neu und würdig gefeiert werden könnte. Wie wäre es, wenn Menschen, die sich am Funkensonntag gerne am Feuer versammeln möchten, im Verlaufe des Jahres, bei einem Waldspaziergang ihren Beitrag, ein «Bürdile» sammeln würden, um es dann am Funkensonntag trocken zum Platz zu bringen und dort ins Feuer zu tragen. Der Fackelumzug der Kinder, das Feuer, keine Kracher und Böller, einfach ein fröhliches Zusammensein, ins Feuer schauen, ins Gespräch kommen, das Leben feiern, um das Feuer tanzen, einen besinnlichen, ja sinnlichen Abend miteinander feiern. Wie wäre das?


Sonja Wachter, Schaan

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