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Leserbrief

«Lebensglück Liechtenstein» – Ungleiche Massstäbe?

Marco Nescher, Schaan | 7. Februar 2013

Als ehemaliger Verlagsleiter des Alpenland Verlags habe ich verschiedene Bücher herausgebracht oder betreut, das im vergangenen Herbst erschienene Buch «Fürstentum Liechtenstein – die schönsten Bilder und Briefmarken» noch in beratender Funktion. Eine mündliche Anfrage bei einer Regierungsstelle betreffend den Kauf von Büchern wurde damals mit dem Hinweis auf Präjudiz abgelehnt. Es wurde vorgeschlagen, doch ein Gesuch an die Kulturstiftung Liechtenstein zu stellen. Dies konnten wir auch selbstverständlich akzeptieren. Nach mehreren intensiven und konstruktiven Gesprächen zwischen den Antragstellern und der Kommission wurde das Buch «Fürstentum Liechtenstein – die schönsten Bilder und Briefmarken» schlussendlich mit einem Betrag von 25?000 Franken unterstützt. Nun frage ich mich, wieso für das Buch «Lebensglück Liechtenstein» die Präjudiz nicht galt und wieso die Regierung die Katze im Sack kaufte und somit den deutschen Verlag mit dem Kauf von Büchern im Wert von 30?000 Franken «unterstützt» hat. Gelten da für Nadelstreifenanzüge andere Regeln? Das Geld, ob nun als Förderung durch die Kulturstiftung oder als Kauf durch die Regierung gutgesprochen, kommt schlussendlich aus der gleichen Kasse. Die Finanzierung des Werks «Bilder und Briefmarken» gestaltete sich sehr schwierig und konnte schlussendlich nur dank des finanziellen Engagements von Verlag und Druckerei erfolgen.In Liechtenstein gibt es genügend Druckereien und Grafiker, welche das «Lebensglück» in der vorliegenden Qualität, sowohl Layout wie Bilder sind nach meinem Empfinden sehr ansprechend, hätten produzieren können. Wie viele andere Fälle in dieser Richtung gibt es noch? Wie lief die Vergabe der Wahlsendung, welche nach meinem Empfinden ziemlich lau ausgefallen ist?Diese Fälle müssten meiner Ansicht nach genauer untersucht werden. Der Hinweis der Regierung, das Buch mit dem Hinweis vorbestellt zu haben, dass «eng mit liechtensteinischen Akteuren zusammengearbeitet werden soll» ist ziemlich billig, wenn man bedenkt, wie intensiv die Kulturstiftung Liechtenstein Projekte begutachtet, bevor sie mit öffentlichen Geldern Unterstützungen ausspricht. Das Buch «Naturerlebnis Liechtenstein» oder «Bergwelt Liechtenstein» an Minister zu verteilen, wäre günstiger gewesen und würde ein bedeutend sympathischeres Bild von Liechtenstein vermitteln. Dies sage ich nicht aus Neid, sondern aus Überzeugung nach den vielen positiven Rückmeldungen in den vergangen Jahren. Weiter frage ich mich, welcher Regierungschef ein Buch verschenken möchte, in welchem sein Vorgänger ganzseitig abgebildet ist? Solche Bücher lagern nämlich vornehmlich irgendwo im Regierungsgebäude. Ob nun Rot oder Schwarz, beide vergessen leider manchmal, was sie den Bürgern bei den Wahlen versprochen haben.Auch aus diesen Vorkommnissen freut mich der Wahlausgang sehr.

Marco Nescher, Schaan

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