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Leserbrief

Technik anscheinend unzureichend

| 7. Februar 2013

Fernsehen?Medienminister Martin Meyer bezeichnet die Wahlberichterstattung von 1FLTV als «enttäuschend» und fordert eine Aufarbeitung der Auftragsvergabe.

von martin hasler

Wie das «Volksblatt» berichtete, hatte ein inländisches Unternehmen bei der Vergabe des Auftrags für die Wahlberichterstattung durch die Regierung gegenüber dem Fernsehsender 1FLTV das Nachsehen. Nachdem sich unzufriedene Zuschauer in Leserbriefen und sozialen Netzwerken geäussert hatten, bekräftigte Regierungschef-Stellvertreter Martin Meyer gestern gegenüber Radio L, dass er mit der Qualität des Gebotenen ebenfalls nicht zufrieden war. «Ich muss für mich persönlich festhalten, dass ich sehr enttäuscht war», so sein Fazit: «Für mich war das ein völliger Leerlauf.» Gemäss den Rückmeldungen, die Meyer erhalten habe, sei die Sendung nirgends gut angekommen. «Es gab viele Enttäuschungen im Hinblick auf diese Wahlsendung.»

Doch damit nicht genug: Gemäss Kennern der Branche sei bei der Wahlsendung in qualitativer Hinsicht nicht das technische Material verwendet worden, das in der Ausschreibung gefordert und in der Offerte zugesagt war. Zwar habe er persönlich keine Kenntnis von diesen Vorwürfen, so Martin Meyer im Radio-Interview. Für ihn ist angesichts der Vorgänge um die Auftragsvergabe ohnehin eine Aufarbeitung der Vergabe angesagt: «Dieser Vorfall muss natürlich Konsequenzen haben. Da muss man sowohl mit den Spitzenbeamten, die dieses Geschäft vorbereitet haben, wie auch mit der Vergabekommission hart ins Gericht gehen.»

Gemäss einem Insider sind die Vorwürfe nicht aus der Luft gegriffen. Gegenüber dem «Volksblatt» rechnete er vor, dass allein die gemäss Offertvorgaben technische Ausrüstung einem Gesamtwert von rund 700?000 Franken entspricht – Licht und Ton nicht einmal eingerechnet. Seiner Schätzung zufolge jedoch hatte das tatsächlich eingesetzte Material einen Wert von der Hälfte der Auftragssumme – also ungefähr 80?000 Franken. Genau die Erfüllung der von der Regierung geforderten Massstäbe für die technische Ausrüstung war es aber, die dafür sorgte, dass die Offerte des liechtensteinischen Bewerbers für den Auftrag einige Tausend Franken teurer wurde als jene von 1FLTV. Als weitere Gründe für den Zuschlag an den Fernsehsender wurde vonseiten der Regierung die «professionelle Erfahrung» der Verantwortlichen in der Produktion von Livesendungen genannt sowie die Tatsache, dass 1FLTV die Wahlsendung nicht nur im Landeskanal, sondern auch auf dem eigenen Sender, im Rheintal sowie im Internet übertrage.

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