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Leserbrief

Fragwürdige?Kulturförderung

Armin Öhri,Grabs | 6. Februar 2013

Die fragwürdigen Vorgänge um das Buch «Lebensglück Liechtenstein» sind keineswegs Einzelfälle, sondern weisen hin auf ein tiefer liegendes Problem in der heimischen Kulturlandschaft. Es ist nämlich nicht das erste Mal, dass der Staat Zehntausende von Franken ausgibt, die ins Ausland abfliessen und dort ergebnislos verpuffen. Aus der ellenlangen Liste skurriler Kulturförderungen möchte ich lediglich drei relativ aktuelle Beispiele anführen. ? Vor wenigen Jahren wurde die Kunstausstellung «Heimspiel 2009» in St. Gallen mit 10?000 Franken unterstützt – obwohl kein einziger FL-Kunstschaffender dort ausstellte. Aus Fehlern sollte man klug werden, doch drei Jahre später wiederholt sich das traurige Schauspiel. Erneut wird die Ausstellung unterstützt, erneut findet sich kein einziger heimischer Kunstschaffender im Ausstellungskatalog. ? Der Benteli Verlag erhielt 5000 Franken für seine Publikation über das Kloster Disentis. Wenn ein Schweizer Autor und ein Schweizer Fotograf bei einem Schweizer Verlag ein Buch veröffentlichen, das in einer Schweizer Druckerei gedruckt wird und ein Schweizer Thema zum Inhalt hat, wird Geld gesprochen. Herbert Hilbes Sagenbuch jedoch (FL-Autor, FL-Verlag, FL-Druckerei, FL-Thema) wurde von staatlicher Seite mit keinem Rappen gefördert. ? Der jährliche Liechtenstein-Stand an der Frankfurter Buchmesse, der den Steuerzahler seit dem Jahr 2000 insgesamt etwas mehr als eine Million (!) Franken gekostet hat, sollte eigentlich «die wirtschaftlichen und kulturellen Ziele der liechtensteinischen Buchbranche im Ausland» unterstützen. Ziel erreicht? Wohl kaum! Mir ist nicht bekannt, dass ein heimischer Literat in Frankfurt je einen Buchvertrag unterschrieben oder sonst in irgendeiner Weise vom Liechtenstein-Stand profitiert hätte.Die Aufzählung liesse sich beliebig fortsetzen, und ich frage mich: Wieso gibt man ausländischen Kulturprojekten überhaupt Geld? Wieso wird das heimische Kunstschaffen immer wieder übergangen? Wieso wird nicht korrigierend eingegriffen, wenn die Förderung einer objektiven Überprüfung nicht standhält? Fakt ist, dass eine grosse Menge an Fördergeld (sprich: Steuergeld) ins Ausland abwandert. Es bleibt zu hoffen, dass die Mitglieder des neu gewählten Landtags sich einmal dieser Thematik annehmen und den zuständigen Stellen und Stiftungen klare Richtlinien vorgeben werden, um die aufgezeigte Vergeudung an finanziellen Ressourcen zu unterbinden.


Armin Öhri,Grabs


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