Leserbrief

Spinnige Prognosen

Rudolf Nutt,Triesen | 31. Januar 2013

Ich war ganz überrascht von den vielen Anrufen am Dienstag, als mein erster Leserbrief erschien. Aus dem ganzen Land haben mich Leute angerufen und bestätigt, dass ich mit meinen Feststellungen über den VCL richtig liege. Die Leute ärgern sich täglich über die Verkehrspolitik in unserem Land. Immer, wenn sie auf der Strasse sind, müssen sie dafür büssen, dass die zuständigen Politiker aller politischen Farben es sich so einfach gemacht haben und einfach die spinnigen Ideen eines Mannes mit Namen Georg Sele, Präsident des VCL, finanzierten und umgesetzt haben.Ein Anrufer hat mich an eine der wohl verrücktesten Ideen von Herrn Sele erinnert: Vor Jahren predigte er, man müsse die Haltebuchten aufheben, sodass die Autos immer hinter den Bussen warten müssen, wenn Leute ein- oder aussteigen. So würden die Leute begreifen, dass sie mit dem Bus zuvorderst wären und am schnellsten zum Ziel kämen. So gewinnt man doch die Leute nicht für den öffentlichen Verkehr! Nein, die Leute ärgern sich, wenn sie hinter einem Bus herfahren, anhalten und wieder anfahren müssen. Diese Leute steigen doch nicht auf den Bus um, sie verfluchen die Busse. Für den Umweltschutz ist das Ganze auch ein Schuss hinten hinaus. Fliessender Verkehr schadet der Umwelt viel weniger. Georg Sele und sein VCL machen munter weiter mit weltfremden Behauptungen. Aktuell wollen sie uns allen weismachen, dass 3500 bis 5000 Personen täglich mit der S-Bahn fahren werden. Ich habe mir die Statistik angesehen. Bisher sind es 250 bis 300 Leute, die mit dem Feldkircher Zügle zu uns und am Abend wieder zurückfahren. Warum sollen zehn oder zwanzig mal mehr Leute mit der Bahn ins FL zur Arbeit kommen, wenn die Bahn zweigleisig wird? Das ist etwa die gleich spinnige Prognose, wie wenn behauptet wurde, mehr Leute würden auf den Bus umsteigen, wenn die Autos immer hinter dem Bus warten müssen. Die S-Bahn wird das gleiche Fiasko werden wie die Gasbusse, nur noch viel teurer.Wir Liechtensteiner haben noch nicht über die S-Bahn abgestimmt, aber es wird schon mit den Besitzern über den Boden für das zweite Gleis geredet. Man hört, dass den Leuten versprochen werde, dass ?ihre Streuemädle neben dem neuen Gleis zu Industrieland erklärt werde. Schade, dass nicht jeder Liechtensteiner so ein wertvolles Streuemädle hat. Was für eine Zonenplanung ist denn das? Ich glaube, wenn wir nichts unternehmen, wird einfach alles so weitergehen. Wir müssen Leute wählen, die solchen Blödsinn stoppen. Meine Wahl ist mir jedenfalls klar.

Rudolf Nutt,Triesen


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