Leserbrief

Friedrich?Nestler-Fuchs †

| 30. Januar 2013

Am 4. November 2012 ist unser geschätzter Mitbürger Friedrich Nestler nach langer schwerer Krankheit zu seinem Schöpfer heimgekehrt. Dankbar für die gemeinsamen Jahre mit schönen, unvergesslichen Erinnerungen, nahmen seine Frau Waltraud und die Töchter Sylvia und Lydia mit Familien Abschied im Trauergottesdienst, welcher am 7. November in der Balzner Pfarrkirche stattfand. Vom evangelischen Pfarrer Hans Jaquemar zelebriert, gesanglich von Corinne Grendelmeier Nipp feierlich umrahmt, begleitet an der Orgel von Thomas Nipp. Freunde und Bekannte geleiteten die Urne zur letzten Ruhestätte auf dem Balzner Friedhof. Die Vita von Friedrich Nestler liest sich wie ein spannendes Buch. Bedingt durch seine drei gänzlich verschiedenen Berufe, die er an jedem Wohnort und bis nach seiner Pensio nierung ausübte, war sein Leben äus-serst facettenreich und interessant. Wie überall, gabs auch für ihn Höhen und Tiefen, sein Wille und sein Tatendrang obsiegten jedoch stets.Geboren wurde Friedrich Nestler am 5. Dezember 1929 in Bad Goisern, Österreich, als einziger Sohn des Baumeisterehepaares Hans-Robert und Sylvia Nestler. Von den Besatzungsmächten ausgewiesen, zügelte die Familie 1947 nach München, wo Friedrich nach der Matura das Musikstudium bei namhaften Musiklehrern absolvierte. Parallel dazu erlernte er den Beruf als Textilchemiker mit Examen in Krefeld. Einige Jahre war er erfolgreich im Bereich Hochleistungssport als Mitglied der deutschen Nationalmannschaft in der Leichtathletik.Während seiner Münchener Zeit arbeitete er in einer Grosswäscherei als Textilchemiker, leitete zwei Chöre und war als begeisterter Sänger in mehreren Chören engagiert.Sein Weg führte ihn dann nach Salzburg, wo er seine Frau Waltraud kennenlernte. Diese war an der Kaufm. Handelsakademie in Ausbildung und absolvierte nebenbei die Musikausbildung in Klavier und Gesang. In der renommierten «Salzburger Liedertafel» sangen sie beide im Chor. Die Liebe zur Musik schweisste das junge Paar zusammen und im September 1962 läuteten die Hochzeitsglocken der evangelischen Christuskirche in Salzburg. Ihnen wurden die Töchter Sylvia und Lydia geboren. Der kleine Sohn Christoph Robert verstarb, nur eine Woche alt. In Salzburg betrieb Friedrich Nestler unter Mithilfe seiner Frau Waltraud einige Zeit eine eigene Chemische Reinigung. Nebenbei war er erfolgreicher Trainer der Leichtathletik-Mannschaft Union Salzburg. Auch musikalische Erfolge konnte er hier feiern, als Arrangeur und Komponist sowie Dirigent von zwei bekannten Chören. Höhepunkte seines Wirkens waren die grossen Auftritte im Rahmen der Salzburger Festspiele beim «Fest in Hellbrunn». Weiter führte er unter anderem den «Sommernachtstraum» auf, diverse Messen in der Salzburger Franziskaner-Kirche sowie zahlreiche Konzerte im Mozarteum krönten seine musikalische Laufbahn.1982 führte der berufliche Weg die Familie nach Balzers. In der FIX-Chemischen Reinigung arbeitete er bis zu seiner Pensionierung als Textilchemiker. Auch in Liechtenstein kannte man Nestler als Komponist und Chorleiter und ebenso als Verbandstrainer im Bereich Leitathletik.Die spitze Feder als Kulturredaktor und Musikkritiker im «Liechtensteiner Volksblatt» zeichnete ihn als Kenner der Materie aus, traf jedoch nicht immer auf Wohlwollen.Einige Jahre leitete er den Trachtenchor Vaduz, den Männerchor Walenstadt sowie den Jodelclub Edelweiss. Er komponierte Auftragswerke für verschiedene Chöre und Verbände, gewann einige internationale Kompositionswettbewerbe, war zusammen mit seiner Frau interessiert am kulturellen Leben in unserem Lande. Zunehmende Altersbeschwerden zwangen ihn, kürzer zu treten, seine zahlreichen Aktivitäten zu reduzieren. Es ist ihm nicht leicht gefallen, loszulassen. Seine Liebe zur Musik und Komposition sowie lieb gewonnene Freundschaften blieben ihm bis zuletzt erhalten. Sein Humor, der Blick zurück auf sein reich erfülltes Leben und die liebevolle Umsorgung seiner Frau Waltraud lies-sen ihn seine letzten Jahre mit Zuversicht und Zufriedenheit erleben.Die einfühlsame und kompetente Betreuung durch Dr. Hermann Bürzle und Physiotherapeut Martin Büchel waren ihm eine grosse Hilfe während der letzten schweren Monate seiner Krankheit. Auch für die liebevolle Pflege während seiner Spitalaufenthalte in Grabs und Vaduz war er sehr dankbar. Seiner Frau Waltraud, den Töchter Sylvia und Lydia mit Familie, allen Verwandten und Bekannten sprechen wir unser herzliches Beileid aus. Friedrich Nestler ruhe im ewigen Frieden.

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