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Leserbrief

Unruhebösewichte

Rudolf Nutt,Triesen | 29. Januar 2013

Die Leserbriefe von Pio Schurti (18. 1.) und Ludwig Schädler (22. 1.) zu den verkehrspolitischen Hirngespinsten des VCL oder besser gesagt seines Präsidenten Georg Sele waren eine Wohltat. Endlich bringt mal jemand die ungeheuerlichen Machenschaften von Herrn Sele auf den Tisch! Seit Jahren müssen die Buschauffeure unter der Knute von diesem Herrn Sele arbeiten, obwohl er eigentlich nicht der Chef ist. Der VCL mit Georg Sele an der Spitze hat viel zu viel Einfluss, die Politiker fressen ihm aus der Hand, obwohl er bisher nichts als Kosten verursacht hat. Was unser Land diese Hirngespinste wie die Gasbusse schon gekostet haben, dürfte 100 Millionen Franken übersteigen.Der Leser wird sich fragen, warum ich mich erst jetzt äussere. Ganz einfach: Ich war auf meine Stelle als Chauffeur angewiesen. Meine Arbeitgeber haben mich immer korrekt behandelt. Gelitten haben wir Bus-chauffeure nur unter dem Einfluss des VCL, weil ihm die Politiker so viel Glauben schenken. Unsere früheren Arbeitgeber (private Unternehmen) und wir Buschauffeure mussten die verrückten Ideen ausbaden. Nie wurde einer von uns, die wir seit Jahren im Personentransport tätig waren, gefragt. Die Politiker hörten immer nur auf diesen Georg Sele, als wäre er ein Herrgöttli. Zwei Arbeitskollegen, die es wagten zu hinterfragen, wurde gekündigt. Sie waren gute Chauffeure mit jahrelanger Erfahrung, wenige Jahre vor der Pensionierung. Anderen wurde an den Karren gefahren, sodass sie ruhig wurden. So geht man hierzulande mit Unruhebösewichten um. Ich und andere sind deshalb aufs Maul gehockt und haben versucht, uns nicht zu sehr zu ärgern. Heute, wenn ich die oben erwähnten Leserbriefe lese, spüre ich aber, wie viel Ärger ich in all den Jahren hineingefressen habe.Ich bin enttäuscht von den Politikern, die dieses Problem nicht einmal im Keim zu lösen versuchten und immer auf das Geschwätz dieses Georg Sele hören. Sie lassen diesen Mann immer noch seinen Einfluss auf die Verkehrspolitik ausüben. Die Gasbusse sind inzwischen gestorben: sie haben viel gekostet, aber nichts genützt. Weiterhin werden Haltebuchten aufgehoben. Das verrückteste Beispiel kann heute jeder in Triesen anschauen. Direkt vor der Schule müssen die Schüler direkt auf der Strasse ein- und aussteigen. Die Autos müssen hinter den Bussen warten. Dabei wäre hier genug Platz gewesen für eine grosse, sichere Bushaltestelle neben der Strasse. Der Verkehr könnte vorbeifliessen, während die Schüler sicher ein- oder aussteigen. Die Gemeinde, die Eltern, die Buschauffeure, alle sind gegen diese Haltestelle mitten in der Landstrasse, aber nein, sie wurde durchgesetzt. So gross ist der Einfluss des VCL von Georg Sele. Mein grösster Wunsch ist, dass die Politiker in der kommenden Periode mehr Mut haben und diesen Club mit seinen spinnigen Ideen ausbremsen. Ich erwarte, dass Politiker endlich mal mit den Praktikern reden und nicht einfach auf Theoretiker hören, die noch nie beruflich Leute transportiert haben. Wir Buschauffeure haben vielleicht keine Doktortitel, wir sind aber keine Tölpel, mit denen man gar nicht zu reden braucht.


Rudolf Nutt,Triesen

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