Leserbrief

«Wirkliche Gründe und Verantwortliche bleiben unerwähnt»

Wilfried Nägele,Triesenberg | 23. Januar 2013

Die Pensionsversicherung für das Staatspersonal ist eine selbstständige Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Vaduz. Sie hat für das Staatspersonal den Zweck, die Versicherten gegen die wirtschaftlichen Folgen des Alters, der Invalidität und des Todes zu schützen.Viele haben als Staats- und Gemeindeangestellte bis zu ihrer Pensionierung, gemeinsam mit dem Arbeitgeber, Beiträge in die Pensionskasse einbezahlt. Die Gelder wurden von einem Stiftungsrat und der Geschäftsstelle der Pensionsversicherung betreut und verwaltet. Warum haben diese vermeintlichen Fachkräfte nicht bemerkt, dass die Pensionskasse im Sog der Wirtschafts- und Finanzkrise immer mehr ins Defizit rutschte? Wie konnte es so weit kommen, dass wir heute einen Fehlbetrag von über 300 Millionen haben? Nun wird dieser Missstand im Zuge des Wahlkampfes für die Landtagswahlen 2013 plötzlich aktuell? Die Wähler und die direkt Betroffenen (die Versicherten) werden mit einem Schuldenberg konfrontiert. Die wirklichen Gründe und die Verantwortlichen bleiben unerwähnt. Für das Pensionskassen-Debakel sollen die Steuerzahler, die Staats angestellten und die Rentner gerade-stehen. Sie dürfen den grossen Fehlbetrag einer eigentlich überschaubaren Pensionskasse wieder ins Lot bringen. Gerade die Rentner, auf die in der Regel eine teure Alters- und Krankenpflege wartet, trifft ?dies hart. Die Anlagen der Schweizer Pensionskassen hingegen haben sich im vergangenen Jahr gut entwickelt. Gemäss dem Pensionskassenindex der Credit Suisse belief sich die Rendite der Kassen auf 7,2 Prozent.Hoffen wir, dass die Politik und die staatlichen Amts- und Dienststellen nicht noch weitere solche Rohrkrepierer haben. Ansonsten besteht längerfristig die Gefahr, dass wir eines Tages mit einem Staatsbankrott konfrontiert werden.


Wilfried Nägele,Triesenberg


Landtagswahlen 2013

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