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Leserbrief

Eigenmietwert und Neubewertung von Altliegenschaften

Erich Hasler, Kandidat,DU – die Unabhängigen für?Liechtenstein, Eschen | 12. Januar 2013

Bis anhin gab es das Wort «Eigenmietwert» nicht im liechtensteinischen Vokabular. Auch mit der Einführung des neuen Steuergesetzes wurde das Wort von keinem Politiker in den Mund genommen. Tatsache ist jedoch, dass mit dem fiktiven Zins von 4 Prozent auf das Vermögen, auch in Liechtenstein der Eigenmietwert – obwohl noch immer von der Politik totgeschwiegen – Einzug gefunden hat. Unter Eigenmietwert versteht man die Mieteinnahmen, die bei einer Vermietung an Dritte erzielt würden. Diese fiktiven Mieteinnahmen (=Eigenmietwert) werden seit dem 1. Januar 2011 als Einkommen besteuert. Ironischerweise gibt es in der Schweiz Bestrebungen, den Eigenmietwert abzuschaffen, um die Schaffung von Eigentum und damit die Altersvorsorge zu begünstigen. Die Vergangenheit hat nämlich gezeigt, dass der Eigenmietwert wesentlich dazu beigetragen hat, dass die Schweiz zu einem «Land der Mieter» geworden ist. Nun haben wir also den Eigenmietwert, den wir gern bei unseren schweizerischen Nachbarn belächelt haben, selbst eingeführt.Wenn es nach der Freien Liste, FBP und VU geht, werden zukünftig nun auch noch die Altliegenschaften neu bewertet. Mit der Neubewertung sollen die Mieterträge von Altliegenschaften erfasst und besteuert werden. Die Neubewertung trifft jedoch alle Eigenheimbesitzer! «Beschissen» sind insbesondere jene – vor allem ältere Mitbürger –, welche im Vertrauen auf die Kontinuität der bisherigen Steuerpraxis die Hypotheken abbezahlt haben, um im Alter günstig wohnen zu können. Nun sollen diese zur Kasse gebeten werden, indem ihre Liegenschaft neu bewertet und höher besteuert wird. Herr Lageder, Freie Liste, bezeichnet dies als «Sparen da, wo es nicht weh tut». Der Eigenmietwert wird zur Folge haben, dass Hypotheken abzuzahlen sich weniger lohnt, mit der Folge, dass die Haushalte in Zukunft höher verschuldet sein werden. Bis zur Neubewertung der Böden ist nur ein kleiner Schritt. Das ist altbekannte Salamitaktik.Von der Freien Liste, FBP und VU gibt es gleich einen Korb von Ideen, wie neue Einnahmenquellen (sprich: Steuern) erschlossen und Lasten vom Staat auf die Steuer- und Prämienzahler abgewälzt werden können. Konkrete Ideen, wie und wo der überbordende Staatsapparat reduziert werden kann, fehlen jedoch fast vollständig. Wen wunderts. Von den Landtagskandidaten, welche in Staatsdiensten sind oder waren, kann ebenfalls nicht erwartet werden, dass diese für eine Verkleinerung des Staatsapparates sind.

Erich Hasler, Kandidat,DU – die Unabhängigen für?Liechtenstein, Eschen

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