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Leserbrief

Konkordat –?«ausgewogen»

Robin Schädler,Balzers | 12. Januar 2013

Sehr geehrte Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner, sehr geehrte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte,unsere Regierung behauptet, die Regelung der Vermögensverhältnisse zwischen der katholischen Kirche und den Gemeinden im Konkordat sei «ausgewogen» («Vaterland», 18. 12. 2012, S. 1). Die Eckpunkte dieser Regelung sehen wie folgt aus:1) Das gesamte bewegliche Vermögen der Gemeinden (z. B. Ausstattungsgegenstände in Kirchen) geht in das Eigentum der katholischen Kirche über. Entschädigungslos. (Gemeinderat Ruggell, Protokoll vom 2. 10. 2012, S. 2)2) Das gesamte unbewegliche Vermögen der Gemeinden (z.B. Kirchen, Pfarrhäuser, Kapellen) geht faktisch in das Eigentum der katholischen Kirche über. So erhält die Kirche für jede einzelne Parzelle ein alleiniges und uneingeschränktes Nutzungsrecht als auch ein Vorkaufsrecht für 1 Franken. Entschädigungslos. Und unkündbar. («Volksblatt», 20. 11. 2012, S. 5)

3) Die Gemeinden tragen weiterhin die Kosten für den Unterhalt der Gebäudesubstanz (Aussenhüllen und Fundament) von Kirchen und Kapellen. («Vaterland», 21. 11. 2012, S. 7)

Zusammenfassend erhält die katholische Kirche durch das Konkordat faktisch das gesamte Eigentum der Gemeinden. Entschädigungslos. Nicht genug: Die Gemeinden müssen weiterhin die Gebäudesubstanz von Kirchen und Kapellen finanzieren. Sieht so eine «ausgewogene» Lösung aus?Meines Erachtens ist ein verwaltungsrechtlicher Vertrag zwischen den Gemeinden und dem Erzbistum anzustreben. Nur so können die Gemeinden eine Lösung erzielen, die ihre Bedürfnisse adäquat berücksichtigt. Nur so können die beiden Vertragsparteien die Bestimmungen flexibel anpassen, wenn sich die Verhältnisse einmal verändern. Nur so kommt es nicht zu einer weiteren Verflechtung von Kirche und Staat. (Vernehmlassungsbericht, 2008, S. 32)Was meinen Sie als Gemeinderätin bzw. als Gemeinderat dazu? Über Ihren Kommentar per E-Mail (staatundkirche@hotmail.com), auf www.meinungen.li oder in Leserbriefform würde ich mich freuen.


Robin Schädler,Balzers

Glaube

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