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Leserbrief

Mässiger Druck auf Grossparteien

| 9. Januar 2013

Ausblick? Am 3. Februar wählt Liechtenstein den neuen Landtag. Im Vergleich zu bisherigen Wahlen wirkt der Wahlkampf eher harmonisch. Nicht ohne Gründe – und doch gibt es unbekannte Grössen.

Von Holger Franke

Zumindest in der Leserbriefspalte war sich gestern ein Verfasser sicher: «Ein Wahlkampf findet aber nicht statt. Es wird ein regelrechter Schmusekurs mit Streicheleinheiten für Rot und Schwarz gefahren.» Ob dies wirklich so ist, dürfte im Auge des Betrachters liegen. Der Forschungsleiter Politik und Direktor des Liechtenstein-Instituts Wilfried Marxer fasst gegenüber dem «Volksblatt» den bisherigen Wahlkampf folgendermas-sen zusammen: «Es fehlt vielleicht etwas der Pfeffer im Ganzen. Also, dass man erkennen könnte, dass Position A gegen Position B antritt.» Besonders die Grossparteien würden sich nach Ansicht des Politologen sehr nah beieinander bewegen: «Man hat das Gefühl, dass sich die Grossparteien bei den Themen und den Prioritätensetzungen weitgehend einig sind.» Einig waren sich beide Grossparteien im Vorfeld auf jeden Fall darüber, einen fairen Wahlkampf führen zu wollen. Und dann ist da schliesslich noch der persönliche Faktor: «Da die beiden Regierungschefkandidaten freundschaftlich miteinander verbunden sind, war klar, dass der Wahlkampf nicht zu einer Schlammschlacht ausarten wird», meint Wilfried Marxer. Deutliche Akzente seien so eher von den Oppositionsparteien zu erwarten. «Aber auch die Freie Liste legt mittlerweile eine gewisse Routine an den Tag und betreibt einen Wahlkampf, wie man es erwartet. Also mit klarer inhaltlicher Profilierung, die sich aber etwas von den Grossparteien unterscheidet.» Und dann sind da natürlich noch «die Unabhängigen» (DU) – eine Liste unabhängiger Kandidaten. «Diese bringen ein neues Element in den Wahlkampf, weil sie bislang nicht in Erscheinung getreten sind und nicht als geschlossene Partei mit einem Wahlprogramm, sondern mit individuellen Kandidaten antreten.» Ob dies jedoch von Erfolg gekrönt sein wird, bleibt abzuwarten.

Allzu viel Sorgen müssten sich die Grossparteien aber wohl nicht machen. Schliesslich könne es auch sein, dass weder Freie Liste noch die Kandidaten der DU-Liste im kommenden Landtag vertreten sein werden und die 25 Mandate zwischen FBP und VU aufgeteilt werden. Dennoch dürften es vor allem beide Grossparteien sein, die Stimmen an die DU-Kandidaten verlieren werden, meint Wilfried Marxer. Seite 5

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