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Leserbrief

Was ist das?

| 5. Januar 2013

Im «Jahr des Glaubens» müssen wir uns nach dessen Wesen fragen. Im Katechismus lernte ich: «Glauben heisst für wahr halten, was Gott offenbart hat und die Kirche zu glauben vorlegt.» Genügt das? Mich beeindruckte folgendes Zitat: Ein Mann klagte Karl Rahner, er könne nicht beten, weil er nicht glaube. Der Theologe widersprach. «Sie irren sich! Sie können nicht glauben, weil Sie nicht beten! Den Glauben schenkt Gott; beten muss der Mensch.» Gilt sicher auch heute!Eine biblische Definition steht nur in Hebr. 11,1: Festhalten an dem, was man erhofft. Das Wort glauben heisst im Hebräischen: sich in Gott festmachen, im Lateinischen: das Herz geben. An Gott glauben und den Menschen glauben ist natürlich nicht das Gleiche! Seit die Technik so gut manipulieren kann, darf ich nicht einmal das glauben, was ich sehe! Kann ich der Bibel «blind» glauben? Es gab damals keine Tonbandaufnahmen! Der Kanon biblischer Bücher wurde erst um 400 nach Christus festgelegt. Theologen deuten manches Wort der Bibel verschieden. Mich überzeugen folgende Aussagen:1. Glaube ist Sache des Gewissens. Er erstarkt in dem Masse, als ich ihn lebe.2. Der «normale» Christ lebt wie Christus. Christus ist die «Norm».3. Wer niemand für den Glauben gewinnt, lebt den Glauben nicht.4. Sprich vom Glauben nur, wenn du gefragt wirst, aber lebe so, dass man dich fragt!5. Nur wer beharrlich mit dem Herzen betet, lernt glauben und Wunder im Alltag sehen.6. Glaube, Liebe, Geduld ... leben nur, solange sie wachsen.7. Tradition heisst nicht, die Asche hüten, sondern die Flamme weiter- reichen.8. Gott und ich – wir sind immer in der Übermacht. (Thérèse von Lisieux) 9. Gottes Wege sind dunkel; aber die Dunkelheit liegt in unseren Augen, nicht auf Gottes Wegen. (M. Claudius) 10. Wer sich Gott verspricht = an Gott glaubt, wird zum Rebell (Silja Walter), denn: Glaube macht frei, froh und zuweilen – frech!Solchen Glauben wünsche ich uns allen. Gesegnetes Neues!

Sr. Alma Pia, ASC,?Kloster St. Elisabeth, Schaan

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