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Leserbrief

Adam Nutt †

| 4. Januar 2013

«Ich bin nicht weit weg, das, was ich für euch war, bin ich immer noch.
Lacht weiterhin über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben.Betet und denkt an mich, damit mein Name im Hause ausgesprochen wird, so wie es immer war.Der Faden ist nicht durchschnitten. Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein, nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin? Ich bin nur auf der anderen Seite des Weges.»


Adam wurde am 13. Februar 1957 im damaligen Bürgerheim in Triesen geboren. Als drittältester Sohn von Kreszenz und Eugen Nutt wuchs er zusammen mit seinen vier Brüdern und seiner Schwester wohlbehütet auf. Die ersten Jahre seiner Kindheit verbrachte er an der Feldstrasse 106, bevor die Familie 1968 an die Landstrasse zog.Nach der obligatorischen Volksschule besuchte Adam das Gymnasium an der unteren Waid in St. Gallen. Anschliessend beschloss er, das Leben zu geniessen und wollte mit dem Schiff nach Amerika reisen. Das Vorhaben wurde aber vorzeitig gestoppt, da sein mitreisender Gespane zu jung war. Somit reisten die ?beiden durch Europa, bis sie schluss-endlich wieder den Weg nach Hause fanden. Kurz darauf begann er die Maurerlehre bei Heinz Eberle. Anschliessend arbeitete er ein Jahr in der Rapperswiler Weinburg in der Küche, dann als Kellner in der ?Maschlinabar, bevor er mit 16 Jahren in das Dachdeckergeschäft seines Vaters Eugen einstieg. 30 Jahre war er als fleissiger Dachdecker tätig. Während dieser Zeit ist er neun Mal vom Dach gefallen und immer wieder aufgestanden. Nur beim neunten Male trug er eine schwere Rückenverletzung davon und war für mehrere Monate bettlägerig. Doch sein unbändiger Lebenswille hat ihn immer wieder auf die Füsse gestellt. Trotz allem hatte Adam auch immer den Schalk im Kopf und spielte seinen Mitmenschen gern Streiche. So nagelte er eines Tages einen Arbeitskollegen ohne dessen Bemerken an das Dach oder deckte mit einem seiner Brüder um den Bergpreis. Niemand durfte irgendwelche Kleidungsstücke oder Schuhe mit Schnürsenkeln herumliegen lassen – das wurde alles fachmännisch verknotet. 2004 musste er dann aus gesundheitlichen Gründen das Gewerbe wechseln und fand einen neuen Arbeitsplatz bei der VPB. Dort ging er stets motiviert und gutgelaunt zur Arbeit und hatte auch das Glück, gute Freunde kennen zu lernen.An einem Silvester in Schaan lernte Adam mit 14 Jahren seine grosse Liebe Eva kennen. Zwei Monate später gingen sie gemeinsame Wege. Mit 16 Jahren zog er mit seiner Eva in die erste gemeinsame 1-Zimmer-Wohnung beim Meierhof. Dass man von Luft und Liebe allein nicht leben kann, mussten die beiden auch feststellen und versuchten sich das erste Mal am Kochherd. Wie zu erwarten war, landete das Essen im Müll. Nachdem Eva das Kochen gelernt hatte, beschlossen die beiden 1976 gemeinsam eine Eigentumswohnung zu kaufen; doch Vati war da anderer Meinung und es wurde gebaut. Kurz darauf zogen Adam und Eva in das frisch gebaute eigene Zuhause. Eines Abends fiel Adam vor Eva auf die Knie und machte ihr einen klassischen Heiratsantrag und rundete das Ganze mit dem Ständchen «ganz in Weiss» ab. Gesagt, getan heirateten die beiden am 13. Juni 1980 standesamtlich in Vaduz. 1981 wurde dann die erste Tochter Anja geboren und das Leben ging zu dritt weiter. 1985 holten Adam und Eva die kirchliche Trauung in Einsiedeln nach. 1989 kam Bianca zur Welt und machte die Familie komplett. 2005 durften Adam und Eva ihre Silberhochzeit feiern. Vier Jahre später schafften sie es dann endlich, ihre Hochzeitsreise nach Venedig nachzuholen. Adam wollte nie gross reisen, der Kirchenturm musste immer in Sichtweite sein. Was bestimmt auch besser so war – denn jeder, der seine Abkürzungen bei Tagesausflügen kannte, wusste, dass sein inneres Navi nicht immer so einwandfrei funktionierte und die Wege oftmals länger waren. Wichtig waren ihm auch immer Traditionen zu wahren, so mussten seine drei Frauen am schmutzigen Donnerstag immer zum Russeln herhalten. In seiner Freizeit hat er immer irgendetwas am, im und um das Haus gearbeitet.Viele Jahre war Adam zusammen mit seinem Vater und seinen Brüdern Mitglied des Männergesang-verein in Triesen. Er liebte das Singen und liess auch privat keine Gelegenheit aus, ein Ständchen darzubieten. Das Singen begleitete ihn sein ganzes Leben bis zum Schluss.Der erste Schicksalsschlag traf ihn 1995, als seine Mutter Kreszenz verstarb. Der zweite vor einem Jahr, als sein Vater Eugen uns verliess.Freud und Leid liegen nah beieinander und so wurde er im Januar 2012 stolzer Neni einer kleinen Enkeltochter namens Leonie. Leider blieb ihnen nicht viel gemeinsame Zeit, jedoch haben beide diese sehr genossen. Im April 2012 wurde Adam schwer krank und die letzten Monate wurden von Spitalaufenthalten geprägt. Auch in dieser Zeit hat er seine Lebensfreude nie verloren und hat uns immer mal wieder mit einem Ständchen beehrt oder uns zum Lachen gebracht mit seinen Sprüchen. Am 1. Oktober 2012 hat er den Kampf gegen seine Krankheit verloren und verliess uns mit seinen jungen 55 Jahren.Adam war ein herzensguter, liebenswürdiger, aufgestellter, lebensfreudiger, familiärer, arbeitender und pflichtbewusster Mensch. Er war immer für seine Familie und Mitmenschen da. Hatte stets ein offenes Ohr für alle. Sein Lausbubenwesen hat er immer beibehalten und so wollen wir ihn in Erinnerung behalten.Wir sind unsagbar traurig, er fehlt uns so sehr. Es wird immer eine Lücke bleiben, die er bisher ausfüllte. Mit ihm sind wir wunderbare Wege gegangen, wir haben gelacht, gefeiert und geträumt. Jedoch mussten wir auch durch schwere Zeiten gehen, haben gebangt, geweint und doch wieder gehofft. Nun müssen wir unsere Wege allein weitergehen. Er ist nicht mehr da und doch ganz nah bei uns. Denn in unseren Gedanken, Erinnerungen und in unserem Herzen wird er immer sein. Nun wollen wir ihm seine Ruhe gönnen und wünschen ihm eine gute Reise. Wir werden dich sehr vermissen …

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