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Leserbrief

Das Wunder ist ein grosses Tier – es frisst einen schier

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 7. Januar 2016

In seinem Leserbrief vom Dienstag macht Herr Hans Lorenz aus Vaduz den Vorschlag, dass die einschlägigen Leserbriefschreiber in einer eigenen Zeitung ihre «Weisheiten» unter einen Hut bringen sollten. Und er meint, dass man Allwissenheit, geistige Wissenschaften und deren Kapazitäten fördern sollte und erheischt zum Schluss mit einem «Oder» Zustimmung Gleichgesinnter.
Oder aber – so wie es aussieht, stört sich der Mann daran, dass Menschen über Wissen verfügen, jenes hegen und pflegen, wo immer möglich erweitern und von ihrem Denken und von ihren Sinnen regen Gebrauch machen. Und dass sie sich eine eigene Meinung bilden, zu ihr stehen und sich nicht scheuen, sie auch kundzutun. So klassiert Herr Lorenz jene, die schreiben, und die auch er als wissend anerkennt, als nicht normal denkend ab und sich selber zu den normal denkenden hinzu. Nun, seine Meinung sei ihm belassen und vergönnet und es ist gut, dass er sie kundtut. Erfreulich und auch ein wenig mannhafter wäre allerdings, wenn er darüber berichtet hätte, was ihn denn dazu zwingt, Leserbriefe überhaupt zu lesen, sie zu studieren und warum er sich von ihren Reizen und Hintergründen immer wieder gefangen nehmen lässt? Dass er sie liest, beweist seine fundierte Kenntnis über deren Inhalte, deren Gedankenwelt und Zauber ihn verklärt und wunder nimmt und dessen er sich letztlich wohl doch nicht entziehen kann.
Oscar Wilde der herausragende Schriftsteller, Erzähler und Essayist, meint dazu: Die Anzahl unserer Neider bestätigt unsere Fähigkeiten.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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