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Leserbrief

Gedanken zum neuen Jahr von einem nicht Stimm-, nicht Wahl-, aber dafür Steuer- berechtigten

Michael Sturzenegger,Im Zagalzel 6, Schaan | 5. Januar 2016

Verantwortlichkeiten

Das neue Jahr beginnt vielversprechend. Was bringt mich zu dieser Aussage? Die Aussage Seiner Durchlaucht Erbprinz Alois lässt viel hoffen. Endlich soll sich die PUK ohne politisches Geplänkel, sondern rein sachlich des Postdebakels annehmen. Es wäre für alle Steuerzahler eine grosse Erleichterung zu sehen, dass die verantwortlichen Köpfe zur Rechenschaft gezogen und auch finanzielle Forderungen, wenn nur eine kleine Summe, an diese Personen gestellt würden. Es kann nicht sein, dass sich solche Geschäftsführer mit hohen Löhnen und Spesenkonti bereichern können, aber im Gegenzug keine Leistung, sondern nur Schaden verursachen und sich danach der Verantwortung entziehen. Dieser Selbstbedienungsmentalität muss ein Riegel geschoben werden. Nur so kann auch ein politisches Signal gesetzt werden, welches vielleicht ein weiteres ähnliches Debakel verhindert. In diesem Sinne kann es von uns Steuerzahlern nur eine Forderung geben: Zieht die Verantwortlichen zur Verantwortung, wenn auch nur im Sinne der Nachhaltigkeit. Es ist unbestritten, dass jemand, der viel Verantwortung in einem Betrieb übernehmen muss, auch ein entsprechendes Gehalt bezieht. In diesem Sinne ist es ein absolutes Muss und auch eine Frage der Wertschätzung gegenüber allen anderen Verantwortungsträgern, dass hier konstruktiv und auch exemplarisch reagiert wird. Wenn wir schon beim Thema Verantwortung sind, was ist eigentlich aus den Verantwortlichen des PVS-Debakels geworden? Lachen die uns nun sonnengebräunt aus einem Fünf-Sterne-Wellnessresort aus? Auch hier warten wir immer noch auf die Aufarbeitung. Schliesslich ging es da nicht um läppische 12 Millionen aus der Kaffeekasse, sondern um 250 Millionen, oder als Zahl geschrieben: 250 000 000. Auch hier wäre eine PUK, die sich ohne politisches Geplänkel, dafür rein sachlich des Themas annehmen würde, nötig. Vor allem eine Untersuchung, die wirklich etwas untersuchen will und nicht einfach nur die unfähigen Personen schützt und zum Schluss kommt, dass es nicht möglich sei, die Verantwortlichen auszumachen. Es wird uns wohl doch keiner weissmachen wollen, dass hier niemand die Verantwortung innehatte. Vielen Stimm- und Wahlberechtigten, aber auch den vielen nur steuerberechtigten Personen könnte somit auf ein weiteres Mal das Vertrauen in den liechtensteinischen Rechtsstaat und dessen wohlwollende Monarchie bestätigt werden. Schliesslich geht es ja darum, Kosten zu sparen und Innovation zu fördern, aber am wichtigsten auch aufzuzeigen, dass die Verantwortung wahrgenommen werden muss, die einem in die Hände gelegt wird, sei es durch eine Wahl oder einen Arbeitsvertrag. Am schönsten wäre dies durch ein Volksbegehren, welches den Aufschub der vom Volke beschlossenen PVS-Lösung als Inhalt hätte, bis die wahren Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen wurden, aber dies wird wahrscheinlich nur in den gewagtesten oder vorwitzigsten Träumen eines nur Steuerberechtigten geschehen.

Michael Sturzenegger,
Im Zagalzel 6, Schaan

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