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Leserbrief

Auch für Bendern ist eine Fahrradbrücke vorgesehen

VCL-Vorstand | 24. Mai 2017

Verkehrspolitik

In der «Lie:Zeit» Mai 2017 publiziert der Landtagsabgeordnete Johannes Kaiser einen Beitrag unter dem Titel: «Bravo Regierung! Oberland 4 : Unterland 0». Während das «Bravo» gegenüber seiner Regierung sarkastisch gemeint ist, erinnert der zweite Teil an das Ergebnis eines Fussballmatches. Das Oberland hätte demnach das Unterland 4:0 besiegt. Die Oberländer würden sich vier Fahrradbrücken bauen, während das Unterland leer ausgeht. Meint J. K., dass er bei seinen Wählern und Wählerinnen gut ankommt, wenn er Unterland und Oberland gegeneinander ausspielt? J. K. arbeitet mit Emotionen statt Fakten. Der VCL hat ihm schon öfter öffentlich widersprochen und wir tun es aufgrund der Fakten erneut.
Es geht nicht um die Entscheidung Fahrradbrücke im Unterland oder im Oberland. Die Fahrradbrücke Buchs/Süd–Vaduz/Nord ist ein wichtiges Projekt im Rahmen des Agglomerationsprogramms Werdenberg-Liechtenstein. Partner in diesem Programm sind das Fürstentum Liechtenstein, der Kanton St. Gallen und die Gemeinden beidseits des Rheins. Übergeordnetes Ziel ist die Koordination der Verkehrspolitik, für Liechtenstein geht es insbesondere um die Sicherstellung der langfristigen Erreichbarkeit. Es ist zu einfach, über Fahrradbrücken zu lächeln oder dagegen zu poltern. Es braucht den entschiedenen politischen Willen, den Verkehr koordiniert zu entwickeln, sonst tritt der prognostizierte Kollaps mit Sicherheit ein.
Nun zu den Fahrradbrücken: Der Standort verschiedener Fahrradbrücken wurde in der Arbeitsgruppe intensiv diskutiert. Die Verkehrszählungen zeigen, dass eine zusätzliche Radverbindung Buchs/Süd–Vaduz/Nord das grösste Potenzial hat. Denn von den in Buchs wohnhaften 1781 Einpendlern arbeiten 614 in Schaan, 384 in Vaduz und 147 in Triesen. Das Gebiet Vaduz/Schaan/Buchs hat eine Zentrumsfunktion, in dem es sehr viele Arbeitsplätze hat. Hier ist mit einer zusätzlichen Fahrradbrücke am meisten Wirkung zu erzielen.
So zu tun, als ob das Unterland leer ausginge, ist irreführend. Das Agglomerationsprogramm enthält auch eine klare Empfehlung für eine Fahrradbrücke Bendern–Haag. Diese lässt sich aber nicht kurzfristig realisieren. Es stehen verschiedene Konzepte zur Diskussion, die Planung und der Bau beanspruchen einige Jahre. Die Fahrradbrücke Vaduz–Buchs steht aufgrund der Kosten-Nutzen-Analyse in der A-Liste, die Fahrradbrücke Bendern–Haag in der B-Liste. In der B-Liste stehen jene Massnahmen, bei denen «die Bau- und Finanzreife für die Vierjahresperiode 2015–2018 nicht erreichbar» ist oder bei denen das Kosten-Nutzen-Verhältnis noch optimiert werden muss.
Die Alternative ist also nicht, ob eine neue Radfahrbrücke in Bendern oder in Vaduz erstellt werden soll, sondern ob eine Fahrradbrücke in Vaduz oder bis auf Weiteres gar keine gebaut werden kann.

VCL-Vorstand

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