Leserbrief

Le Mans ist überall – es reicht!

Willy Marxer,Schwarze Strasse 4, Eschen | 20. Mai 2017

Lärmbelästigung

Die ersten Verrückten sind wieder unterwegs. Allein oder in Gruppen. Gemeint sind jene laut und stark motorisierten, zwei- und vierrädrigen Verkehrsteilnehmer, die jetzt mit Beginn der warmen Jahreszeit unsere Ortschaften und Wohnquartiere, ja ganze Landstriche mit überhöhtem Lärm und Tempo terrorisieren. Übrigens, auch mit kleinen Motoren ist mutwilliger Lärm machbar und zu beklagen. Mutwilliger Lärm ist offensichtlich legal machbar. Es ist vermutlich nur eine Minderheit, die sich völlig rücksichtslos verhält. Aber die wenigen, die es tun, belästigen eine Vielzahl Menschen. Ihre Fahrzeuge, oft mit «Schallklappen» ausgestattet, einer Vorrichtung zur beliebigen Regelung der Motorlautstärke, stellen sie am liebsten auf höchste Lautstärke ein – auch innerorts.
Irgendwann vor Jahren haben die Hersteller von schnellen Autos und Motorbikes damit angefangen, ihre Fahrzeuge besonders «cool» mit dieser Anlage zu präsentieren. Leider zieht dieser Trend immer wildere Auswüchse nach sich. Und anscheinend darf die Fahrzeugindustrie für ihre Kunden alles tun: Dieselmotoren manipulieren, Auspuffe tunen, Auspuffklappen einbauen – zumindest bis jetzt.
Eigentlich müsste dieser vollkommen überflüssige Krach, diese akus-tische Umweltverschmutzung je-dem normalen Menschen hoch peinlich sein. Aber weil gewissen Leuten jedes «Zündkerzen-Fünkchen» an Rücksichtnahme fehlt und weil das Gesetz zu kurz greift, sind unsere Ordnungshüter machtlos. Der Willkür bleiben so weiterhin Tür und Tor geöffnet: Bedenklich für unsere Gesundheit, abträglich unserer Wohnqualität und verheerend für Flachland und Alpenregionen.
Die bayrische Polizei versucht jetzt mit einem Modellprojekt an die Vernunft jener spätpubertierenden «Lärmfahrer» zu appellieren, denen besonders an einem lieb gewordenen, lauten Motor-Sound liegt. Zwei im Landkreis Straubing-Bogen aufgestellte Lärmdisplays zeigen sofort an, ob ein Motor zu laut und/oder das Tempo zu hoch ist. Die Geräte registrieren auch, ob die Aufforderung zur Mässigung erfolgreich war. Die Polizei erhofft sich einen positiven Effekt für die Anwohner.
Bei uns ist es genauso nötig, mutwilligen Strassenlärm mit allen Mitteln zu bekämpfen: Durch eine klare Lärmschutzverordnung, die den Geräuschpegel von Motorrädern und Super-Autos auf dasselbe Niveau wie normale Pkws setzt und empfindliche Bussen für Verursacher. Jedenfalls – es reicht! Unsere Politik ist gefordert, mehr Lärm ist nicht mehr hinnehmbar.

Willy Marxer,
Schwarze Strasse 4, Eschen

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