Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Das Landesspital stürzt sich in einen Wettbewerb mit starker Konkurrenz

Landtagfraktion der Freien Liste | 13. Mai 2017

Gesundheitswesen

Vergangene Woche wurde im Landtag der Jahresbericht des Landesspitals diskutiert. Das Spital hat bewegte Zeiten hinter sich, seitdem ein Neubau des Landesspitals im Jahr 2011 an der Urne verworfen worden ist. Der Ausbau der Medizin wurde in den vergangenen Jahren vorangetrieben.
Ob die Bevölkerung, die den Neubau abgelehnt hat, dies gutheisst oder ob das Landesspital ein kleines Spital für die Liechtensteiner Bevölkerung bleiben soll, kann und muss diskutiert werden. Traditionellerweise lassen sich viele Menschen aus Liechtenstein nicht nur in Vaduz, sondern auch in den umliegenden Spitalregionen behandeln.
Das Landesspital hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Spital entwickelt, das in direkter Konkurrenz zum Spital Grabs steht. Dafür wurde das Angebot in der Chirurgie, in der inneren Medizin und im Notfall personell ausgebaut. Das wirft wirtschaftliche und medizinische Fragen auf: Rechnet sich der Ausbau des Landesspitals zu einem Akutspital, das während 24 Stunden Betrieb hat und rund um die Uhr einen Notfall betreibt? Das LLS bewegt sich damit in einem Wettbewerbsumfeld. Das Spital Grabs hat bereits eine sehr anerkannte Notfallstation.
Ausserdem ist mit der Eröffnung der Medicnova Klinik, zu der viele am Landesspital chirurgisch tätige Ärzte gewechselt haben, neue Konkurrenz entstanden.
Woher soll der Zuwachs an Patienten für das Landesspital kommen, die zwischen immer mehr Spitälern wählen können? Als Prämienzahler muss man sich auch fragen, welche Auswirkungen der Ausbau der Notfallstation hat. Es ist allgemein bekannt, dass Hausärzte eine medizinische Erstversorgung um einiges günstiger anbieten als ein Spital. Das Landesspital umgeht durch die Anstellung von neuen Ärzten die OKP Bedarfsplanung und konkurrenziert mit der Unterstützung durch Steuergelder die niedergelassenen Ärzte in der Grundversorgung.
Die zweite sich stellende Frage ist die nach der Qualität der medizinischen Behandlung in der Chirurgie oder der inneren Medizin. In einem kleineren Spital ist sie in der Regel schwieriger zu gewährleisten als in einem Spital mit grösseren Fallzahlen. Ausserdem besteht die Gefahr, dass, wenn die Auslastung eines Spitals klein ist, unnötige Operationen durchgeführt werden.
Aus Sicht der Freie Liste Fraktion enthält der Jahresbericht neben eher kritischen Entwicklungen auch Erfreuliches: Es wird darauf hingewiesen, dass im Jahr 2017 endlich ein Ausbau des Angebots für ältere und schwerkranke Patienten stattfindet: Ein Angebot für Akutgeriatrie mit Palliativmedizin wird aufgegleist. Dies entspricht wirklich einem grossen Bedürfnis der liechtensteinischen Bevölkerung, gerade auch in Hinblick auf die demografische Entwicklung.

Landtagfraktion der Freien Liste

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung