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Leserbrief

«Jedem Löli as Velöli»?

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 9. Mai 2017

Förderung für E-Autos

Um den Klimawandel zu stoppen, haben sich unsere Regierungen längst schon zu Heilsverkündern und Heilsbringern erkoren und rühren dazu mit der missionarischen Grosskelle an, als gälte es auf Teufel komm heraus, uns vor der Apokalypse einer klimatischen Überhitzung des Landes zu erretten. Neuster Unfug, der dieser Mission Glanz und Glorie verleihen und uns als Umweltgutmenschen prägen soll, ist die Subventionierung von Elektroautos. Strom scheint jenes Weihwasser zu sein, dessen Wirkung, wenn es mit dem grossen Pinsel über die Köpfe gespritzt wird, nicht ausbleibt. Wer soll denn dagegen sein, wenn im Auto sauberer Strom, anstatt dreckigem Benzin, oder gar Diesel verbrannt wird?
Liechtenstein importiert etwa 90 Prozent seines Stroms aus dem Ausland. Und dieser stammt zum gros-sen Teil aus riesigen Kohle-, Gas-, Atom- und Ölkraftwerken, die allesamt als Dreckschleudern auch bei uns einen miserablen Ruf haben. Aber die sind weit weg und wenn der Ausländerstrom erst einmal im Lande ist, dann wird er schon irgendwo rein sein. Zumindest riecht man nichts mehr. Diese 90 Prozent werden sich durch die rasante Vermehrung des gebäreifrigen Liechtensteiners – zumindest was die Verteilung von FL-Pässen angeht – und seiner Industrie, im Laufe der Jahre auf wahrscheinlich 99,9 oder noch mehr Prozent erhöhen. Für die uns Regierenden aber kein Grund, die Synapsen japsen zu lassen und der Frage nachzugehen, wo denn das Ganze einmal enden soll. Grund aber, sich in unsinniger Subventions-Gutmenschenpolitik zu verheddern. Wir ersticken im Verkehr und die Regierung subventioniert Autos?
Mein Bekannter, ein reicher Mann, der etliche Mietshäuser sein Eigen nennt und in seiner Villa wohnt, wollte damals auch so ein subventioniertes Elektrofahrrad haben und holte sich sofort eines. Benutzt hat er es bis heute fast nie. Mein Nachbar, ein wahrlich armer Schlucker, hätte auch gerne so ein Rad gehabt, um zur Arbeit zu gelangen, aber das Geld reichte halt nicht und so fährt er weiter mit dem Bus, oder seine Frau fährt ihn mit dem alten klapprigen Auto. Er hätte nicht einmal das Geld gehabt, so ein Velo um die Hälfte seines Neupreises zu kaufen, um es dann für den Neupreis weiterzuverscherbeln, womit er hätte Geld verdienen können, so wie viele andere das auch machten.
Werden nun die Elektroautos subventioniert, wird sich mein reicher Bekannter sofort so ein, auch von meinem Nachbarn, dem armen Schlucker mitfinanziertes «Äutöli», wie er es nennt, holen, um seinen neuen Bentley zu schonen.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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