Leserbrief

Zukunft offen

Dr. Alois Büchel,Schalunstrasse 22, Vaduz | 9. Mai 2017

Radio L

Zum Tag der Pressefreiheit und der Landtagsdebatte zum «Sanierungsfall» Radio L.
Mit Verspätung, beide genannten Ereignisse fanden letzte Woche statt, möche ich einige Anmerkungen machen und Fragen stellen. In der Landtagsdebatte gab es bemerkenswerte Voten und noch nicht zu Ende gedachte und untersuchte Vorwürfe. Die Zukunft von Radio L ist offen. Als Intendant des TAK hatte ich mit der Suisa und Gema während 23 Jahren zu tun. Das Programm von Radio L besteht zum grössten Teil aus computergesteuertem Abspielen von Musik: Arbeitsaufwand gleich Null, Kosten und Einsparungsmöglichkeit maximal. Der Skandal, dass Radio L 300 000 Franken an die Suisa nachzahlen muss, ist bedeutend monströser und vielschtiger als andiskutiert. Dieser überwiegende Programmteil ist völlig überflüssig, denn jedermann und -frau im FL kann aus Hunderten weiterer Sender die von ihm gewünschte Musik abrufen. In einer Mediendiskussion beim Fernsehen DRS wurde festgestellt, dass gleichzeitig nur etwas mehr als 40 000 Personen, 0,5 Prozent der Schweizer Bevölkerung, Radio hören. Mit welchen Manipulationen Radio L auf seine Hörerzahlen kommt, ist ebenso nebulös wie vieles andere. Radio L erfüllt, von der Regierungung unbeanstandet, ja gewünscht, die vertraglichen Verpflichtungen aus der erteilten Konzession, über alle wichtigen Ereignisse im FL zu berichten, nicht. So durch die seit mehr als zehn Jahre andauernden Weigerung, über die Verbrechen rund um das TAK und meine Person nur einen Satz zu senden. (Dies ist momentan und zunehmend Hauptbestandteil der Berichte ausländischer Medien zum Zustand Liechtensteins.) Dafür aber monströse Verleumdungen bezüglich meiner Gefährlichkeit in einem Gespräch von Petra Matt mit Dr. Zwiefelhofer. Das von mir mehrmals angeforderte Beweisband bekam ich nicht, nicht einmal eine Antwort. Was sich Petra Matt, der Chefredakteur Martin Frommelt und der sogenannte Intendant Ospelt in diesem und anderen Fällen geleistet haben, geht auf keine Kuhhaut und schon gar nicht, obwohl beweisbar, in einen kurzen Leserbrief. Und dieses monströse Verhalten betrifft auch andere geschädigte Menschen in Liechtenstein. Radio L, hoch subventioniert, neue Millionen werden für technische Aufrüstung gefordert, bedarf zu dem, was es sendet oder die Pressefreiheit konsequent unterdrückend, eben keines Erdogans, es erdogähnelt zur Freude der Regierung ohnehin schon: ein Radio zum Gähnen, ein Selbstbedienungsladen für politische Oligarchen, deren Fehlleistungen natürlich nicht hinterfragt werden. Subventionierung kaum europarechtskompatibel. Fortsetzung folgt.

Dr. Alois Büchel,
Schalunstrasse 22, Vaduz

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