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Leserbrief

Wie kann ein totaler Ausfall vermieden werden?

Hans Frommelt,Gapont, Triesen | 4. Mai 2017

Herbert Elkuch hat in seinen DU-Zeitungsartikeln und seiner Replik darauf hingewiesen, dass wir bei der Stromversorgung bis zu 93 Prozent vom Ausland abhängig sind. In dieser Beziehung sind wir hinten und vorne nicht souverän. Man schaut nur darauf, wo man billigsten Strom einkaufen kann.
Das Schweizer Fernsehen ging im Januar 2017 dem Szenario eines länger andauernden Stromausfalls nach. Technisches und menschliches Versagen, kriminelle oder terroristische Aktionen, Epidemien, Pandemien oder Extremwetterereignisse können die Ursachen eines lang andauernden und regional übergreifenden Stromausfalles sein. Die Dieselölvorräte für Notstromanlagen in Spitälern, bei der Polizei, Behörden, bei den Banken, in der Milchwirtschaft etc. sind in der Regel nur für einige Stunden ausgelegt und nicht für mehrere Tage. Die strombetriebenen Tankstellen funktionieren dann auch nicht.
Das Schweizer Bundesamt für Bevölkerungschutz meint, dass wir im Extremfall bis sieben Tage keinen Strom mehr haben.
Der Stromausfall wäre total, wenn mehrere Atom- und Kohlekraftwerke gleichzeitig ausfallen.
Deutsche Bundesämter rechnen sogar mit einem mindestens zweiwöchigen Stromausfall bis umgefallene Freileitungen notdürftig repariert sind, damit Atom- und Kohlekraftwerke wieder Strom einspeisen können. Könnte auch länger dauern!
Bei dieser Thematik geht es um die Sicherstellung einer Notstromteilversorgung, besonders im Winter.
Wichtig wäre, dass man einen Notstromeigenbedarf nicht zu 100 Prozent, aber vielleicht zu 50 Prozent im Inselbetrieb decken könnte. Erneuerbare Energien, das sind Wasserkraftwerke, Sonnenenergienutzung auf unseren Dächern mit eigenen Batterien als Stromzwischenspeicher, Biogasnutzung, Holzheizkraftwerke, auch Windnutzung etc., sind bei solch katastrophalen Stromausfällen eine nachhaltige Option zur Bewältigung eines lang andauernden und grossflächigen Stromausfalls. Es müsste auch der Bau eines mittleren Gasturbinenkraftwerkes diskutiert werden.
Der wesentliche Ansatzpunkt, damit eine momentane, autarke Stromversorgung im Katastrophenfall funktioniert, besteht aus einem Stromversorgungsnetz mit vielen einzelnen Stromlieferanten, die in das LKW-Stromnetz einspeisen. Das Stromversorgungsnetz müsste auch ohne Anbindung an das Schweizer oder Österreichische Stromversorgungsnetz funktionieren.
Beteiligungen an ausländischen Kraftwerken erhöhen das Potenzial einer Notstromversorgung am Standort eines Kraftwerkes aber nicht bei uns. Deshalb ist es fraglich, ob sich das Land mit Strom- und Steuereinnahmen an Kraftwerken beteiligt, die den produzierten Strom weitab von unserem Stromverteilnetz einspeisen.

Hans Frommelt,
Gapont, Triesen

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