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Leserbrief

Nutzt den Dreck und fällt in Dreck?

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 4. Mai 2017

Seinen zweiten Leserbrief nutzt Hans Frommelt um den Abgeordneten Herbert Elkuch und die ganze Leserschaft über das Wesen von Elektrofahrzeugen aufzuklären. Dabei wird deutlich, dass der gute Hans als ehemaliger LKW-Lohnempfänger zwar weiss, dass der Strom aus der Steckdose kommt, aber was dahinter ist, scheint für ihn jener grosse dunkle Wald zu sein, in dem sich seine kleinen Namensvettern schon immer und ohne Widerkehr verlaufen haben. Wahrscheinlich, dass es irgendwann in ferner Zukunft nur noch Elektrofahrzeuge geben wird. Ölpreis und Verkaufszahlen werden das bestimmen. Bis es kein Öl mehr gibt, kann es aber noch hundert und mehr Jahre dauern. Bis dahin werden Stromfahrzeugromantiker ihren Mitmenschen wohl noch manchen Dreck aufschwatzen, ohne überhaupt darüber nachzudenken, woher die Primärenergie kommt, die Autos zu bauen, oder den Strom dafür ganzjahrestauglich zu speichern. Eine orientierungslose CO2-Weltverbesserungsbehörde wird den Subventionsunsinn weiter fördern und damit kontraproduktive Sozialkatastrophen schaffen.
Derzeit sieht es hinter der Steckdose zum Beispiel in Deutschland bei den Energieträgern ungefähr so aus – Öl: 33 Prozent; Gas: 20 Prozent; Kohle: 25 Prozent; Atom: 9 Prozent; Erneuerbare Energie: 11 Prozent; Sonstige: 2 Prozent. Wobei Kohle und Gas fast zur Gänze und Öl zu einem beträchtlichen Teil zur Stromherstellung gebraucht werden. Bei den 11 Prozent Erneuerbaren sind Wasser und Bio miteingerechnet. In anderen europäischen Ländern dominieren zum Teil Atom mit 60 Prozent und Kohle im Bereich 75 Prozent und mehr.
Somit wird klar, woher unser tollgrüner Importstrom kommt und dass, wenn Öl durch Strom aus Erneuerbaren ersetzt werden müsste, das sehr teuer wird. Fachleute rechnen mit den dafür notwendigen Wasserspeichern alleine in Deutschland im Billiarden-Bereich.
Zum Schluss seiner realitätsfernen und wissenschaftlich desaströsen Elektroautokunde gibt Frommelt ein Schmankerl zum Besten. Er schreibt: «Dass die Gegner von Elektroautos sofort einwenden, dass das Batterieproblem noch nicht gelöst ist. Dieselben Personen wussten mit grosser Wahrscheinlichkeit vor 20 Jahren noch nicht, was Internet ist.»

Nun, früher hätte auch niemand gedacht, dass es einmal möglich sein wird, auf einer Rechenmaschine eine Melodie zu spielen. Es muss ein Omen gewesen sein, dass die erste Melodie, die auf dem ZUSE Z22 gespielt wurde ausgerechnet das Berlinische Hänschen klein war, dessen Text lautet.
«Hänschen klein
ging allein
in Berliner Turnverein,
turnt am Reck,
fällt in Dreck,
ist die Nase weg.»

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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