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Leserbrief

Replik auf den Leserbrief von Hans Frommelt

Herbert Elkuch, Landtagsabgeordneter | 2. Mai 2017

«Hoi du»-Artikel II

Entgegen seiner Behauptung enthielt der Artikel im «hoi du» überhaupt keine Forderung, neue konventionelle Kraftwerken zu bauen und schon gar nicht im benachbarten Rüthi. Beschrieben wurde die momentane Situation, so wie sie ist. Die Statistik zeigt, im Jahr 2015 wurde 89,9 % des Energiebedarfs mit Importen gedeckt.
Im Segment Elektrizität mit einem Anteil von 31,8 % aller Energieträger wurde 2016 im Jahresschnitt 78 % des Stromes importiert, im Winter bis über 90 %. Der importierte Strom wurde im beträchtlichen Umfang in Atom-, Kohle-, Öl- oder Gaskraftwerken produziert. Nur dank Stromlieferungen aus diesen verpönten Kraftwerken konnte im Winter in Europa und auch bei uns eine sichere Stromversorgung gewährleistet werden, ohne die unsere Wirtschaft und unser privater Wohlstand in der heutigen Form undenkbar wäre. Strom muss verlässlich exakt im Zeitpunkt des Bedarfs erzeugt werden, um das Stromnetz stabil zu halten. Diese Bedingung erfüllt wetterabhängige Solar- und Windproduktion nicht.
Trotz Energieeffizienzgesetz und trotz Förderungen und Investitionen von über 100 Mio. Franken in den letzten Jahren muss gut drei Viertel des Stromes importiert werden. In Anbetracht des umfangreichen Stromimportes aus Ländern mit konventionellen Kraftwerken, darf bezüglich der Stromherkunft die Frage, «Strom aus Atom, Kohle und Gas für Liechtenstein?» wohl gestellt werden. Herr Frommelt hat diese Frage in seinem Leserbrief zwar heftig kritisiert, eine Alternative zeigte er jedoch nicht auf.
Wie dieser Abhängigkeit entgegengewirkt werden kann, wird nicht nur diesen Landtag, sondern auch weitere Landtage beschäftigen. Im Moment ist Stromimport, finanziell betrachtet, die billigste Lösung, ist aber aus Sicht der Freiheit, Sicherheit und Selbstbestimmung unbefriedigend. Wir sind bezüglich der Stromversorgung in hohem Masse sowohl der marktverzerrenden Subventionierung und Preispolitik als auch der Lieferbereitschaft stromexportierender Länder ausgeliefert.
Eine für unser Land angepasste Energiestrategie wird nebst bester Nutzung einheimischer erneuerbarer Energie, incl. Nutzung ungenutzter Wasserkraft, auch weiterhin nicht erneuerbare Energieträger einbeziehen müssen. Die Integration verschiedenster Energieträger und Energieformen, mit alternativen Bezugsmöglichkeiten, unter dem Aspekt einer sicheren Versorgung, der Wirtschaftlichkeit und nicht zuletzt der Umweltverträglichkeit führt zu einer guten Balance.

Herbert Elkuch,
Landtagsabgeordneter

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