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Leserbrief

Kanns der Hans?

Jo Schädler Eschnerstrasse 64, Bendern | 2. Mai 2017

«Hoi du»-Artikel I

Im letzten «Hoi du» fragt der Abgeordnete Herbert Elkuch «Strom aus Atom, Kohle und Gas für Liechtenstein»? Seinen fundierten Aufsatz resümiert er damit, dass es noch viele Jahre dauert, bis unsere Energie alleine aus Erneuerbaren gedeckt werden kann und bis dahin die fossilen Energieträger die tragende Säule bilden. Diese Feststellung Elkuchs veranlasste Hans Frommelt, Ex-LKW – zwar nicht Direktoriumsbeteiligter, aber immerhin die längste Zeit dort beschäftig –, zu einem saftigen Gegenschlag. Dazu zog er alle auch noch so weit verstreuten Register; von der NOK zur Axpo hin und zurück. Von einem Atom oder Grosskohlekraftwerk in Rüthi unten, bis zum skurrilen Vergleich Liechtenstein mit Deutschland. Das ist ungefähr so, wie wenn man eine trächtige und gebärfreudige Simmentaler Hochleistungsmilchkuh mit einer impotenten und gehbehinderten Maus im vorgezogenen Ruhestand vergleichen würde. Oder eine alte Güllenschapfe mit einem Kaiser Druckfass. Dass der Abgeordnete Herbert Elkuch die fossilen Kraftwerke erwähnt, nennt Frommelt Schnee von gestern. Zudem schreibt er, die Aussage von Herbert Elkuch, dass Energiespeicher zu teuer sind, würde an der Realität vorbeizielen.
Nun, vielleicht kann Hans Frommelt vorrechnen, wie gross der Stausee in Steg oben sein wird, wenn er unsere Energie, von immerhin 400 Mio. KWh pro Jahr decken müsste. Ein Kubikmeter Wasser, der das Peltonrädlein in Vaduz treibt, bringt ja nur läppische 2 KW. Und vielleicht legt er bald eine fundierte Rechnung vor, wie gross die Solaranlagen und die Rekuperationsspannung aus den S-Bahn im Lande sein müssten, das Wasser für diese 400 Mio. KWh nach Steg hinaufzupumpen. Und spannend dürfte seine Rechnung sein, wie billig der Stausee wird, welcher ca. einen Kilometer breit 20 Kilometer lang und 20 Meter tief sein müsste.
Was Frommelt wohl gar nicht weiss ist die Tatsache, dass sich in Europe etliche Kohle und Gaskraftwerke, weltweit viele AKWs im Bau befinden und die EU die Stärkung der Atomkraft fordert. Die desaströse deutsche Energiewende, welcher die richtig grossen Kosten erst noch ins Haus stehen, bezeichnen namhafte Experten als vollständig gescheitert.
Aber um es auf den Punkt zu bringen. Den Aufsatz von Herbert Elkuch betitelt Frommet als reinen Populismus. Nun, um diesen nihilistischen Superblödsinn herauszulassen, hätte sich der Hans den Umweg über seine verworrenen Energieerklärungsversuche sparen können. Aber wie heisst es doch? Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

Jo Schädler
Eschnerstrasse 64, Bendern

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