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Leserbrief

Herbert Elkuch und die Elektroautos

Hans FrommeltGapont 8, Triesen | 2. Mai 2017

«Hoi du»-Artikel III

Herbert Elkuch fragt in der neuesten DU-Zeitung, ob es Sinn macht, gewisse Autos mit dem Geld der Allgemeinheit zu subventionieren? Elkuch meint, dass der Ressourcenverbrauch und die Umweltbelastungen beim Elektroauto höher sind als bei Autos mit Verbrennungsmotoren. Zudem, wegen des Stromverbrauchs der Elektroautos müssen zusätzliche konventionelle Kraftwerke, gemeint sind Atom- und Kohlekraftwerke, gebaut werden.
Elkuch meint auch, dass sich nur Besserverdienende Elektroautos leisten können. Die Subventionierung der Elektroautos muss der Kleinverdiener mitbezahlen. Solche Geld-Umverteilmechanismen widerstreben dem Gleichheitsgrundsatz, meint Elkuch.
Das sind die Kernaussagen in seinem Zeitungsbeitrag, grob aus meiner Sicht zusammengefasst.
Bei so viel Verzerrungen in einem Zeitungsbeitrag, und dies im Jahr 2017, reicht die 2500-Zeichenlimite unserer Schriftmedien wiederum nicht aus, um all die präsentierten Ansichten zu reflektieren.
Deshalb vorerst nur ein paar wesentliche Punkte als Reaktion.
Die Kette von Umweltbelastungen von Autos mit Verbrennungsmotoren ist kilometerlang im Gegensatz zu Elektroautos. Der Diesel- und das Benzin holt man als Erdöl von Afrika, Nahost und Asien. Mit riesigen Tankern wird es nach Europa verschifft. Das Erdöl muss aus der Erde gepumpt, dann raffiniert, destilliert und in ganz Europa verteilt werden. Bei jedem Teilprozess fallen Umweltbelastungen an, gegeben hatte es dabei schon etliche Grosskatastrophen.
Der Verbrennungsmotor verbraucht zudem Motorenöle in nicht unbeträchtlichen Mengen, auch Schmierfette. Dass Verbrennungsmotoren Schadstoffe produzieren, die man nicht vollkommen eliminieren kann, wissen zwischenzeitlich wir alle. Beschissen wird dabei auch noch. Ein beträchtlicher Teil des anthropogenen CO2-Ausstosses kommt von Autos mit Verbrennungsmotoren. Der Energieanfall beim Bremsen oder Bergabfahren verpufft.
Nun zum Elektroauto. Es verbraucht Solar- und Windstrom, also Energie, die wir kostenlos vor unsere Haustüre geliefert bekommen. Es gibt keine Luftschadstoffbelastungen, weil nichts verbrannt wird. Das Elektroauto braucht minimalste Fettmengen für die Schmierung. Die anfallende Energie beim Bergabfahren kann rekuperiert und für das Weiterfahren im Tal genutzt werden. Dies alles trifft für das Auto mit Verbrennungsmotor nicht zu. Zudem, das Elektroauto mit der gesamten Infrastruktur ist im Vergleich wesentlich leichter und benötigt daher weniger Rohstoffe.
Die Autoindustrie wollte dies bis vor Kurzem nicht wahrhaben. Die Politik, unter anderem in Deutschland, sorgte nun endlich dafür, dass der Stellenwert der verschiedenen Antriebskonzepte für Autos überdacht wird. Die Fakten sprechen, wie beschrieben, eindeutig für das Auto mit Elektroantrieb. Die Autoindustrie hat es jetzt, nachdem verschiedene Politiker Dampf aufgesetzt haben, auch kapiert.
Die Gegner von Elektroauto werden nun sofort einwenden, dass das Batterieproblem noch nicht gelöst ist. Dieselben Personen wussten mit grosser Wahrscheinlichkeit vor 20 Jahren noch nicht, was Internet ist.

Hans Frommelt
Gapont 8, Triesen

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