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Leserbrief

Stellungnahme des Tierschutzvereins

Tierschutzverein Liechtenstein | 22. April 2017

Biberdebatte

Seit Beginn der wieder neu entfachten Biberthematik Anfang dieses Jahres verfolgt auch der Tierschutzverein Liechtenstein die Entwicklungen und Diskussionen zu diesem Thema. Er ist sich einig, dass unser Land mit seinem sehr begrenzten und deshalb dichten Siedlungsgebiet zu klein ist für eine unbegrenzte Anzahl von Bibern. Wie schon mehrmals in Stellungsnahmen und Leserbriefen erwähnt, ergibt sich mit den vielen Rüfe-, Lawinen- und Hochwasserschutzanlagen in unserem «kleinen» Land eine einzigartige Situation, die es kaum anderswo gibt. Um Menschenleben und deren Infrastrukturen zu schützen, braucht es diese Anlagen. Um zu verhindern, das Biber Schäden an diesen Schutzanlagen anrichten, ist es unumgänglich, diese an diesen Orten abzufangen und gegebenenfalls zu töten.
Doch der Tierschutzverein Liechtenstein stellt sich die Frage, ob es ethisch ist, Biberweibchen, die jetzt Junge in sich tragen und diese Ende April/Anfang Mai zur Welt bringen, zu töten? In der Falle kann man nicht erkennen, ob es sich um ein Weibchen handelt, da Biber keine äusseren Geschlechtsmerkmale tragen. Ausserdem stellt sich die Frage, wie lange die Biberfallen noch im Einsatz sind? Denn auch noch nach der Geburt der Jungen sind diese sehr lange auf ihre Mutter angewiesen und würden qualvoll verenden, wenn diese nach dem Fang in einer Falle getötet werden würde! Aus tierschützerischer Sicht ist das völlig inakzeptabel!
Der Tierschutzverein Liechtenstein ist der Meinung, dass ein Konzept für ein Bibermanagement längst überfällig gewesen wäre! Um Schäden durch den Biber zu verhindern reicht es nicht, immer wieder welche zu fangen und zu töten. Es reicht auch nicht, die bestehenden Schutzanlagen bibersicher zu machen und dann das Gefühl zu haben, das Problem sei behoben. Der Biber ist eines der anpassungsfähigsten Tiere der Welt und findet immer wieder Möglichkeiten, um sein Ziel, ein eigenes Revier zu gründen, zu erreichen. Hier müssen die zuständigen Behörden immer wieder neu agieren, wo Probleme auftauchen. Ausserdem gibt es durch die Tötung von Bibern wieder Platz, der andere Biber anzieht, die dann das Revier beerben wollen. Also ist die Praktik mit der Tötung der Biber nur ein Rattenschwanz und zeigt auf, dass es ohne Bibermanagement nicht geht und die zuständigen Behörden sich immer wieder aufs Neue durch die vom Biber verursachten Probleme einstellen und dementsprechende Schutzmassnahmen in Auftrag geben müssen.

Tierschutzverein Liechtenstein

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